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im zuge der politischen & ökonomischen EU-erweiterung der letzten jahre öffnen sich plötzlich grenzen, wodurch einerseits der tägliche verkehr & handel beschleunigt wird, was sich spontan gesehen zuallererst als erleichterung im alltagsleben erweist, andrerseits auf dauer erlebt einem wachen individuum & einer verantwortungsvollen gesellschaft allgemein neue aufgaben stellen wird, die vermehrt mobilität, flexibilität & neue kommunikationsformen einfordern.

die gegenwärtige gesellschaftliche kommunikationsform  spielt aber nach wie vor den kulturellen gedanken als kulturpolitische grenze, wenn sie das wort „kunst” ausspricht. & diese ist von den latifundien der lebenden kunst & vom zeitgenössischen künstler weit entfernt.

der am 5.12. verstorbene deutsche komponist  Karlheinz Stockhausen ist mit seinem werk sowohl in seiner generation auch als in den nachfolgenden dermaßen wenig verinnerlicht, dass in einem nachruf sein einfluss auf jüngere musiker wie Björk betont werden musste & nicht per se sein werk zitiert wurde.

die gesellschaft muss offenbar diese kulturelle grenze verteidigen, denn wenn kunst von einem individuum, das sich als künstler definiert, ausgesprochen wird, dann kann wie im falle Stockhausen folgendes tönen:

Trotz seiner Bedeutung galt Stockhausen als kontroverse Person. Seine zuweilen exzentrische Selbstdarstellung stand auch in Fachkreisen stellenweise stark in der Kritik. Öffentliche Äußerungen wie „Ich wurde auf Sirius ausgebildet, und dort will ich auch wieder hin, obwohl ich noch in Kürten bei Köln wohne”, sorgten für öffentlichen Spott und Empörung. So auch seine Bemerkung im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 „Das größte Kunstwerk, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos.”

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 Er führte dazu aus:                                                                                                      

„Dass Menschen in einem Akt etwas vollbringen, was wir in der Musik nicht träumen könnten, dass Leute zehn Jahre üben wie verrückt, total fanatisch für ein Konzert und dann sterben, stellen Sie sich das doch vor, was da passiert ist. Da sind also Leute, die sind so konzentriert für eine Aufführung und dann werden fünftausend Leute in die Auferstehung gejagt, in einem Moment. Das könnte ich nicht. Dagegen sind wir gar nichts als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch auch über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen … Ein Verbrechen ist es deshalb, weil die Menschen nicht einverstanden waren. Die sind nicht in das Konzert gekommen. Das ist klar. Und es hat ihnen niemand angekündigt, Ihr könntet dabei draufgehen.”

Stockhausen selbst hatte am 19. September 2001 eine schriftliche Erklärung in englischer Sprache zu seinen umstrittenen Äußerungen abgegeben. Er widerrief seine Äußerung nicht, sondern verwies auf die Figur des gefallenen EngelsLuzifer und den Zusammenhang mit seinem siebenteiligen Zyklus Licht. Das Zitat sei vom Journalisten der ihn interviewenden Zeitschrift entstellt und aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er distanzierte sich ausdrücklich von dem Terroranschlag und schrieb in der Erklärung, dass er die Opfer in seine Gebete einschließe.

Quelle: wikipedia

der in Österreich landläufige spruch: „wäre der Hitler bloß akademischer maler geworden, dann hätte er sich auf der leinwand austoben können” kommt ja auch nicht von ungefähr.

 

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