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Category Archives: philosophy

Andreas Roseneder  UnderCover – neon fish reloaded for AJ Weigoni
digital graphic 2011

“Die Wirklichkeit eines gespeicherten Bildes ist seine fast universelle Einsetzbarkeit; die Tatsache, dass es uns einfach zur Verfügung steht und ungeachtet seiner einstigen Bedeutung immer wieder neu erscheinen kann. Lassen sich Original und Wirklichkeit in der Welt der Medien eigentlich noch unterscheiden oder ist die Authentizität des Produzenten die Wirklichkeit? … Kreativität entsteht durch das Wechselspiel von Imitation und Erneuerung; Regeln sind dazu da, dass man sich von ihnen läßt, und unsere Sprache bleibt dadurch lebendig, daß wir sie im Umgang mit ihr immer wieder verändern. Es sind diese Wechselwirkungen zwischen Gegebenem und Neuem, zwischen Wiederholung und Veränderung, die das Denken prägen. Man muß eine Kulturdebatte über Medien und Medienentwicklung führen, da bieten sich Literatur, Bildende Kunst oder auch alles, was multimedial stattfindet, natürlich an, weil sich die Künstler, auch über die spezifischen Fachgrenzen hinaus, gerade in den letzten zehn Jahren mit gesellschaftlichen Fragestellungen befaßt haben.”             A.J. Weigoni

Andreas Roseneder  UnderCover – neon fish digital graphic 1999/2000

“Das kleine Format ist bei bildenden Künstlern nicht sehr beliebt  in einer Welt, in der Aussagen nur noch auf Plakatwänden auffallen, so scheint es.
Wenn die Geschichte der Medien die Geschichte einer Konkurrenz ist, begann sie mit einem Vorsprung. Die Dichter hatten die Montage entdeckt, als die ersten Fotografen noch Stunden brauchten, um ein einzelnes Bild zu entwickeln.
Es war, als hätte die Literatur den Film erahnt und als er kam, genossen sie gemeinsam den Rausch der sich überstürzenden Eindrücke. Das Drehbuch wurde erfunden, später der Rundfunk mit dem Hörspiel begrüsst. Als das Fernsehen sich breit machte, fand es die Schriftsteller schon in skeptischer Distanz. Multimediales Spiel mit Video, Performances und Installationen dachten Maler und Musiker sich aus, deren Zaungäste manchmal auch Dichter waren.
Gerade mit den neuen Medien läßt sich auf alte Techniken zurückblicken, so jedenfalls Weigonis Erfahrung bei Projekten der letzten Jahre. Bei seinem HörBuch ”Gedichte” verläßt er sich auf den ältesten Special–Effekt, den die Menschheit besitzt: Die Stimme!
Neben einem „normalen Cover“ hat ein Hör–Buch als Künstler–Buch herausgegeben, will sagen: befreundete Künstler gebeten, eine limitierte Auflage als Künstler–Buch zu gestalten.
Das CD–Format ist 120 x 120 mm ein, kleines Format, das einen Versuch wert ist.”

zitiert aus dem Bilder-Raum, mehr zu sehen & lesen: Bilder-Raum/UnderCover

Das Labor im “Rheintor” – Linz am Rhein Anno Domini 2011:  Nach dem erfolgreichen Auftakt der Reihe mit dem “Heimspiel” von Klaus Krumscheid und einer Lesung von Andreas Noga steht am 19. Februar ab 17.00 Uhr die nächste Veranstaltung ins Haus, bzw. das Rheintor. Keine Einsicht ohne “R(h)einsicht” lautet der Titel der Veranstaltung der Artistin Charlotte Kons und dem Essayisten Joachim Paul.

aktuelle informationen: Edition Das Labor +++ Werkstattgalerie DER BOGEN

Haimo Hieronymus A.J. Weigoni  UnderCover

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<a href=”http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx”><div id=”WriteLikeCert” style=”width:400px; height:150px; background-image: URL(http://www.faz.net/f30/Images/diverse/WriteLikeCert.jpg); “><div style=”width:285px; padding: 40px 0px 0px 15px; color:#0b0b66; font-size:25px; line-height:30px; font-family:Georgia; font-style:italic; ” ><span>Georg Trakl</span></div></div></a>

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<a href=”http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx”><div id=”WriteLikeCert” style=”width:400px; height:150px; background-image: URL(http://www.faz.net/f30/Images/diverse/WriteLikeCert.jpg); “><div style=”width:285px; padding: 40px 0px 0px 15px; color:#0b0b66; font-size:25px; line-height:30px; font-family:Georgia; font-style:italic; ” ><span>Melinda Nadj Abonji</span></div></div></a>

<a href=”http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx”><div id=”WriteLikeCert” style=”width:400px; height:150px; background-image: URL(http://www.faz.net/f30/Images/diverse/WriteLikeCert.jpg); “><div style=”width:285px; padding: 40px 0px 0px 15px; color:#0b0b66; font-size:25px; line-height:30px; font-family:Georgia; font-style:italic; ” ><span>Peter Handke</span></div></div></a>

 

zum schreibstilvergleich meiner manuskripte per mausklick verleitet (vom russen Dmitry Chestnykh entwickelt & auf der F.A.Z.-site fuer jeden schreibenden oder lesenden nutzbar), gab ich der reihe nach die 7 auf meiner website publizierten kurzgeschichten ein. wer mag, kann sie im vergleich in gleicher folge wie die HTML-zertifikate oben hier lesen.

zuerst semiologisch enttaeuschendes wie dann doch den quicken literalsinn unterhaltendes ergebnis: 7 verschiedene autoren von psychoanalytiker Siegmund Freud bis Deutscher-Buchpreis-gewinnerin Melinda Nadj Abonji standen pate zum schreibstil René Desors. daraufhin stille – fragen an mich als kreator selbst:

sind René Desors geschichten stillos? – schier unvergleichbar?

oder ist mein eigen schrift mit René Desor als zeichnenden autor gar schizotym stilimmanent geworden?

 

daraufhin ohne antwort & frustriert gab ich die HTML-ergebnisse fuer die web-veroeffentlichung der erhaltenen zertifikate ein – & erhielt damit einheitlich folgendes ergebnis:

HTML GOETZ – welch schoenes alias fuer literarische publikationen!

PS:. lieber Rainald, verzeih´mir bitte,  dass ich der impertinenz der journaille auf den leim gegangen bin! – aber ich denk´ & hoff´ zumindest, dass  ich mir nach dieser webperformance nicht mehr die stirne vor versammelter jury in Klagenfurt blutig schneiden muss!

meine eigen brustzüge zum aquarellieren

Ich ging diesen sommer 2010 vehement & mit entschiedenem nachdruck daran, mir ein „wörterbuch“ zur kommunikation meiner ureigensten bilderwelten jenseits des wortes zusammenzustellen & fand dabei als leitfaden über körpersprache die gewandte bewegung bei der ausübung des schwimmens im meerwasser (nun mal von der ertüchtigung des körpers abgesehen) als die für mich am leichtesten erlernbare sprache: im medium schwimmend ganzkörperlich über das erwählte medium zu reflektieren & diese erfahrung dem körper einzuschreiben: die im winter 2010 zu den jahreszeiten begonnene aquarellserie seasonal aggregates für die ausstellung AQUA – simply waqtercolours?  /  water portrait body image gab ja sozusagen die schwimmrichtung vor. Auf der der türkischen küste vorgelagerten griechischen insel Ikaria fand ich in bucht von Faro, region Fanari, das dafür mir geeignete scheinende trainingsarreal vor: hier war vorherrschend die den geist blendende, den körper lähmende sonne & die ins wasser treibende hitze; das klare meerwasser zu tagesbeginn in leise saeuselnden wellen an den strand kriechend, den abend zu in sich steigernden schüben an die gestade schlagend. Ich nahm mir die markantesten punkte der küstenvorsprünge in gesteigerten distanzen als imaginäre ziele der sprachübungen meines körpers vor: die fische, vögel & ziegen mit ihren bewegungen munterten mich dabei auf, dies einsame vorhaben auch einzuhalten – am abend schließlich auch Paul hinter der theke der bar Fos Fanari mit seinem griechisch – deutsch – griechischen wörterbuch, nachts dann im erwachen, von Hölderlin / Hyperions rede getragen: „… ich weiß nun, was ich oft geahnt, der mensch ist ein gewand, das oft ein gott sich umwirft, ein Kelch, in den der himmel seinen nektar gießt, um seinen kindern vom besten zu kosten zu geben …“

ein paar wochen später durfte ich diese einsicht auf der ionischen insel Zakynthos geniessen  / foto: Nino Wallisch


jeder gärtner schwärmt gern augenblicks vom zauber seines gartens – & hat zuvor viel vom eigen werken, graben, stechen, binden, düngen, “umdrehen”, dann vom kurzen glück im wachsen, gedeihen seiner pflänzchen darin geprochen:

“ALLES dreht sich um”, sagt er, aber in seiner stimme kommt kein zeitlos blitz auf wie LICHT, hier wie dort ewig im ursprung.

doch nicht nur er, auch sein gast hat darauf hin  beim anblick der blendend blüte ROSE plötzlich ein lächeln auf den lippen, ja beide tragen es gemeinsam breit & stolz augeknospt in ihren gesichtern:

kurz entlockt die rose eine ahnung für beide, was denn LICHT sei –  auch wenn´s hier in nachhinein nur blendend widerscheinend auf papier aufblitzt, bloss gespiegelt im fließend wasser darauf.

– kurz gefasst durch die erdung im rahmen der krautig wuchernd stechenden DISTEL.

ma palette d´AquaBrique – exposée au midi; et moi,  j´attends la lumière du soleil

enfin –  fini:   schlußendlich blendend papier, gesättigt, bemalt:

Andreas Roseneder  seasonal aggregates III: distelrose / thistlerose watercolours on paper, 152 x 96 cm, 2010

Andreas Roseneder  seasonal aggregates III: rosenspirale / rosehelix watercolours on paper 113 x 80 cm, 2010

„Das Nachzuahmende wird nicht leicht erkannt.“ (J. W. v. Goethe, aus Wilhelm Meisters Lehrjahre)

„Werde der, der Du bist!“

Schon als 16-Jähriger Schreibender auf Sinnsuche griff ich zu den Büchern Also sprach Zarathustra & den Dionysos-Dithyramben des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche. Erst viel später wurde mir klar, vor allem als ich mitbekam, dass Nietzsches letztes Werk, die Dionysos-Dithyramben 1888 erst kurz vor seiner „geistigen Umnachtung“ geschrieben hatte, warum mir diese Werke angesehen von der bildsprachlichen Lehre bei meiner jugendlichen Sinnsuche nicht all zu sehr geholfen hatten: ich hatte selbst noch zu wenig erfahren im Leben. Aber Sätze wie „…Und hier wird auch mit Einem Male die Aufgabe der modernen Kunst deutlich: Stumpfsinn oder Rausch! Einschläfern oder betäuben! Das Gewissen zum Nichtwissen bringen, auf diese oder die andere Weise! Der modernen Seele über das Gefühl von Schuld hinweghelfen, nicht ihr zur Unschuld zurück verhelfen! Und dies wenigstens auf Augenblicke!..“ hatten sich dem jungen Hirn eingeprägt – Da zerriss jemand den traditionellen Kontext in Sprache und baute Neues damit auf. Das musste ja auch in der Malerei möglich sein. Im „Dionysischen Rausch“ warf ich mich auf die expressive Malerei, den kommerziellen Erfolg der „Neuen Wilden“ in Deutschland und auch Österreich bestärkend im Rücken. 1984 wachte ich in Berlin/Kreuzberg auf: Ich stieß auf eine Schwebende Dithyrambe, auf eine so betitelte Leinwand, bereits in den 60er Jahren bemalt und von „MARKUS“ signiert. Ein visueller Dithyrambus, ein ekstatisches Loblied auf den Gott Dionysos aus der griechischen Antike.

Markus Lüpertz Dithyrambe – schwebend 1964 Courtesy Galerie Michael Werner Berlin Köln NYC

Dieser Markus hatte es  offenbar geschafft, der richtungslosen Ekstase, in der ich mich befand, eine Form & Farben zu geben – und dies schon 20 Jahre zuvor. Meine eigenen Versuche kamen mir plötzlich vor, als hätte ich versucht, den Dionysischen Ausdruck rein durch die Zerstörung und Überwindung der apollinischen Versuchung zu erreichen,  sah da Fetting, Middendorf, Salomé, Zimmer im gleichen Bemühen verstrickt & da kam dieser Markus so frank & frei aus entgegengesetzter Richtung & setzte eine gänzlich neue Form vor meine Augen!

„werde der, der du bist und lebe!“

Ein dejá-vu ähnlicher Art mit Markus´ Werk hatte ich gestern in der Wiener Albertina bei der aktuellen Präsentation Metamorphosen der Weltgeschichte/ Metamorphoses of World History. Diesmal „bloß“ eine Ähre und ein paar Reifenspuren auf Papier:

© foto: Albertina Wien

Die Ähre steht einfach prägnant überdimensional 159 x 124 cm auf einem ziemlich monochromen weißen Hintergrund mit ein paar raschen Pinselstrichen “hingemalt”, auf dem unteren Bild durchziehen Reifenspuren eine Landschaftsserie Ohne Titel (Deutsches Motiv – Reifenspur, 1966) hinweg über kleine Papierblätter:

1988 hielt ich diese beiden Elemente kurz nach meiner Rückkehr aus Berlin aufs österreichische Land in Öl auf Leinwand fest. Unter dem Titel “DAS LAND WIRD GEDACHT – DIE MUTTER UNSERER EISERNEN HERZEN”  versuchte ich, die Metamorphose eines Traktorreifens in die Gestalt einer Ähre bildlich zu binden. –

Andreas Roseneder  Das Land wird gedacht – Die Mutter unserer eisernen Herzen Öl auf Leinwand 100 x 140 cm, 1988

eine andere Ähre Lüpertz´, gefunden auf Ernst Vollands blog bei blogs.taz.de:

Markus Lüpertz Ähre dityrambisch    Öl auf Leinwand, 160 x 130 cm, 1971

–  contrary to all longings concerning my experiences in Berlin: nicht zu zerstören, sondern weiter durch versuchte Symbiose aufzubauen. – Deutsches Motiv? – Ich saß damals an der österreichisch-ungarischen Grenze!
„Das Aufregende an der Kunst ist doch auch, dass sie nicht ausstirbt, dass sie von einem zum anderen geht. Dass einer auf die Leistung des anderen aufbaut. Daher hat die Kunst eine so unendliche Überlebenskraft.“*
Markus Lüpertz´  Wege der Malerei hatte ich damals nicht vor Auge.
„In der Malerei gibt es keine Zeit. Man ist auch als 100-Jähriger jung, wenn man vital bleibt. Man ist als 30-Jähriger ein Greis, wenn man nichts mehr zustande bringt.“*
–  nun gut, meine Bemühungen gehen zur Halbzeit weiter… – siehe post FÜLÖP

* cit. Markus Lüpertz, Katalog Albertina

Nachfolgend ein kurzer Rundgang durch die Ausstellungsräume – klein aber fein – in der Albertina Wien:

ALBERTINA WIEN

MARKUS LÜPERTZ

METAMORPHOSEN DER WELTGESCHICHTE

11. März 2010 – 6. Juni 2010

Markus Lüpertz Serie Hl. Sebastian – Graphit laviert auf Papier

Markus Maillol mit Daphnen – bemalte Bronzen vor Mischtechniken

Markus Lüpertz Daphne 9 Bronze bemalt  2005

im Gang vor den Ausstellungsräumen von Markus Lüpertz´Kollege & Freund  Jörg Immendorf (1945-2007):  Bronzen, schwarz-grün patiniert, aus der Serie Malerstamm 2004-06:

unter “unsergleichen”                                     foto: © artstage

im Museumsshop: Oster-, Lüpertz & Dürer-Devotionalien

der frühling treibt stammknospen | sprachblüten …

…während Hans Holleins Soravia-Flügel schwingt ein / ausladend hin auf den Albertinaplatz: Alfred Hrdlickas “Skulpturenparkplatz” frisch restauriert & gereinigt:

today´s visit of a living model. see post: finch on ice of last week

who takes it upon myself to sign – to deface – your reproachful glare, Mr. Finch?

Andreas Roseneder  the Coke patch (Ferenc Liszt patch) vinylic on poliethylen masterBatch 2009

Andreas Roseneder   the Georgia O´Keeffe patch vinylic on poliethylen masterBatch 2009

der bildende künstler schlägt einen spagat über teufelsaustreibung und zuckergussglasur: die ordentliche vermählung zweier konträrer parteien sozusagen, oder besser  gesagt: die gelungene verschmelzung zweier unterschiedlicher ausdrucksweisen zu einer einzigen kohärenten energie. –  dabei hellwach jeden moment darauf achtend, sich nicht in den ewigen streit der dualitäten mit schwarz-weiß-malereien verwickeln zu lassen

last week I commuted every day between factory & nature, at first forming new polyethylen MasterBatches for my art-patches at SAXpolymers factory, then cutting trees & hedges in our homegarden, at least spreading out for mushrooms in the woods, thinking rhizoms – by the way – I always felt accompanied by French philosophers´thoughts I recognized first time in the 80th´s of last century:

rhizom1

…Wir sind des Baumes müde. Wir dürfen nicht mehr an die Bäume glauben, an große & kleine Wurzeln, wir haben genug darunter gelitten. Die ganze Baumkultur ist auf ihnen errichtet, von der Biologie bis zur Linguistik. Nur unterirdische Sprößlinge sind schön, politisch und verlieben sich…*

rhizom2

…Der Baum & die Wurzel zeichnen ein trauriges Bild des Denkens, das unaufhörlich, ausgehend von einer höheren Einheit, einem Zentrum oder Segment, das Viele imitiert….*

rhizom3

…Seltsam, wie der Baum die Wirklichkeit und das gesamte Denken des Abendlandes beherrscht hat, von der Botanik bis zur Biologie, der Anatomie, aber auch Erkenntnistheorie, Theologie, Ontologie, der ganzen Philosophie…: der Wurzelgrund, Grund, roots & foundations…*

rhizom15

…Wir haben nicht vor, eine Schule zu gründen; auch Schulen, Sekten. Cliquen, Kirchen. Avantgarden & Arrièregarden sind Bäume, die in ihrer lächerlichen Erhabenheit & durch ihren lächerlichen Sturz alles zermatschen, was sich Wichtiges ereignet…*

rhizom4

…Zu n, n-1 schreiben,  Schlagworte schreiben: macht Rhizom, nicht Wurzeln, pflanzt nichts an! Sät nicht, stecht! Seid nicht eins oder viele, seid Vielheiten! Macht nie Punkte, sondern Linien! Geschwindigkeit verwandelt den Punkt in eine Linie! Seid schnell, auch im Stillstand! Glückslinie, Hüftlinie, Fluchtlinie. Laßt keinen General in Euch aufkommen! Macht Karten, keine Photos oder Zeichnungen! Seid der rosarote Panther, und liebt Euch wie Wespe & Orchidee, Katze & Pavian…*

*Textzitate aus: Gilles Deleuze / Félix Guattari:    Rhizom ,   Merve Verlag Berlin 1976

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textkeime

delete  ON / OFF  &  feed  H / B

Ctrl yourself  –  dieser kurze link , über die abbildung der Strg-taste einer computertastatur & “selbst” in weißen lettern prangend auf dem mintgrünen T-shirt eines kaffeehausbesuchers gesehen in Chalandri, einem schicken Athener stadtteil, entfachte diesen sommer beim glas Ouzo einen gedankensturm auf meiner cerebralen festplatte: erst tage zuvor hatte sich darauf der satzfetzen

“…to burn out all visions may reset  the artist to the start…”

eingebrannt gemeinsam mit

“…no work but progress…”

& nun kam da plötzlich ein attischer bürger mit einer offensichtlichen losung auf der brust daher, die das e zu einer plausibel erscheinenden loesung einzufügen schien, was für mich einer empfehlung gleichkam, den entscheidenden delete-button am dashboard des blogpits zu drücken. – selber hatte ich zwei jahre zuvor den blogpit (pit ohne cock, dafür mit dem kürzel für weblog) für mich als schreibenden gefunden, als ersatz für den verlorenen “klassischen” schreibtisch. Die schreibunterlage war im zuge meiner schreiberischen arbeit sozusagen verlustig gegangen, wo ich mich doch als blogger mit meinem blog “poesis & crisis” elektronisch ständig “auf Draht” über funk schrift-stehlerisch mit der welt verbunden gefühlt hatte. Dies hat in folge mein ursprüngliches autorenleben, für das der bleistift- & kugelschreiber-kontakt zum papier immer seismographisch lebensnotwendig war, einigermaßen korrumpiert und die sogenannte “haptische” ebene des lesens auf news-niveau geschraubt, auch damit jene des schreibens auf post-niveau.
Dabei hatte ich diese zwei jahre zuvor auch kein verständnis für die “avantgardistischen” laptop-anarchisten, sah in ihnen jene nun erwachsenen kinder aus meiner Jugend, die damals ihre stamm- & tagebücher mit schlüsseln absperrten. Ich habe sie zugegebener maßen damals dennoch beneidet. Um den schlüssel natürlich. Wie danach um den laptop, auch wenn ich ihn für mich selber nicht wollte, denn ich hatte seit der jahrtausendwende einen einfachen PC zur textverarbeitung und bildbearbeitung liebgewonnen (wenn auch diesen lebensabschnittspartner vor kurzem durch einen nettop PC ersetzt). Für jedermann zugänglich. Den laptop muss man zwar auch nur „auf- & zuklappen”, aber trotzdem verhält es sich wie mit dem schlüssel damals: Die insignie der herrschaft über auf & zu, an & ab gibt dem ganzen, das da drinnen stehen mag ein gewisses gewicht an bedeutung… – Nur zeitgemäß mit möglichen elektronischen verschlüsselungen.

Soviel ich weiß, sind viele dieser tagebücher auf irgendwelchen dachböden verschwunden, & wenn sie dann mal unvermutet auftauchten, war kein Sshlüssel dran. & dann entdeckte man in der werkstatt im keller verschiedenste schachteln mit so genannten kleinteilen: schrauben, nägel & eine unmenge an schlüsseln in jeder form & größe. Von denen hat natürlich keiner gepasst. Da blieb nur noch die gewalt der zange. – & diese ganze mühe für das lesen ein paar abstruser gedankengänge!

Der blogpit-captain selber bleibt von haus aus im geheimen, auch wenn er mit seiner botschaft gleich direkt rausrückt. – & man weiß ja nie, wer die maschine ins Bermuda-dreieck fliegt, auch wenn der captain per durchsage die passagiere zu beruhigen versucht, dass „das Bermuda-dreieck bloß eine viel zitierte mär seit seefahrerzeiten” sei. Da kann sich dann jeder seine eigenen gedanken dazu machen, die “seefahrerzeit”  vorstellen oder der geschichte virtuell vielleicht auch noch was dranhängen.
Was man vom laptop-user ja nicht unbedingt sagen kann. Dieser zeigt einem aktuell auch in traditionell abgewetzter Wiener kaffeehaus-möbelage mit klassischer tageszeitungsleseverschleißstelle virtuell gebroused die neuesten anflugschneisen auf Singapur. Inklusive GPS-grafik selbstverständlich. Das haut einen natürlich im ersten moment um – flashback zurück auf den Wiener Karlsplatz mit all seinen umtrieben.

Vielleicht sollte ich jetzt wieder einen einfachen schulbleistift hernehmen, um das auszusprechende über die reine schrift zu äußern. Oder den beliebten HB-stift, die  quicklebendige quintessenz der 9-er reihe H & B, mich dabei wundern, dass sich F in die auf- & ab-sequenz HB geschoben hat. – nicht ohne zuvor all die letzten sätze mit dem delete-button in das schwarze loch des virtuellen cyberspace geschickt zu haben. – artstage sei dank!

ein Beitrag für: schriftbilder / Literaturhaus Mattersburg

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a bonfire of visual & acoustic impressions sent out by historical & contemporary art evoked my senses this Wednesday´s opening of the multimedia exhibition “HAYDN EXPLOSIV – an European career at the princely court Esterházy” in the historical rooms of Esterházy Palace at Eisenstadt –  Austrian composer Joseph Haydn´s central domain of creativity & performance

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General Director Dr Stefan Ottrubay, head of the Esterházy Cultural Managemant, Art Director Dr Alfred Weidinger & curator  Herbert Lachmayer at the press preview

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a colourful carpet designed by Roy Lichtenstein welcomes to enter & follow the line of pursuance

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an historical portrait of Nikolaus I Esterházy –  named by contemporarians a “lover of splendour”  was  a passionate patron of art, nowadays surrounded  in honour by two goldened columns – see about the preparations my previous post here:  spick & span

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Sala terrena

genius (cit. Alfred Weidinger), cultural philosopher &  curator Herbert Lachmayer leads with enthusiasm, knowledge & wit through the rooms of the exhibition

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Sala Europa

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projected notations, staff lines, architectural plans, cockroaches, bursting & burning architecture on the ceiling of Sala Europa – moving hands & strings on the carpet & framed glass below

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Herbert Lachmayer refers about the sculpture Paukenschlag by Franz West & Welcome to Chaos by Gelitin – btw – I have the stirring imagination of Francis Bacon

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Pipilotti Rist´s video-installation Selbstlos im Lavabad , set into Lichtenstein´s carpet

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Margit Nobis´erotic tapestry

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Otto Zitko´s lined ceiling

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Haus der Laune / house of humor / maison burlesque

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Joseph Haydn, Herbert Lachmayer & Stefan Ottrubay

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the official opening at the Haydn Sall accompanied by the musicians of the Apollon Musagète Quartett, Vienna, music by Joseph Haydn & Karol Szymanowski

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” province is not a place but a state of mind”  (Lachmayer)

by the way  –  maskaron – that´s the name of the new café in the court of the Esterházy Palace, so called after the masks on the walls up there. you may have a look on them :  HERE.  – I have painted them all in vinyl-technique last months.