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Category Archives: Biennale

extending link to liquid loft:

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(für Stephanie Cumming)
And then I could wear a skirt of fingertips softly waving in the spring air and every
fringe of my fingertip skirt would feel the air just like a … a fingertip.
I had fingertips growing from the sides of my neck sensing my environment just like the
barbels of a delicate fish. Every inch of my surface would become pure sensitivity.
There are so many lonely poses waiting for a new home.
You could put them on. You could let them give you shape. These poses could end your
amorphous existence forever.
They will fir you like a glove. Squeeze yourself into this virtual mould and become
everybody’s fantasy.
This will be your first impression. The big foot of fascination landing on the soft
receptive flesh of the observer. Leaving a solid imprint. Leave a trace on the other.
Press on. Becoming the printing press of your self-impression.
The other is an empty sheet of paper, write on him, dig your pencil into this white flesh
of attention, make him raw with awe.
Everybody’s brain is like a closet stuffed with identity costumes. Empty shells of expectation. There is the slick businessman costume, the glamorous evening gown, the plump obedient secretary blouse, the bulky helpful mechanic’s overall, the slacks of the casual bohemian boyfriend …
Just make yourself soft and elastic enough to fill yourself into these costumes, to slip
into these molds of expectation. Don’t worry, the forms are already there. Don’t care
about the form, just become matter. Become the pure flesh to be stuffed into these
costumes. Fulfill these expectations. Become the liquid dough to be poured into the cake
tins of social conduct.

cit.: Katherina Zakravsky
    

Manches mal denke ich mir, die österreichische Malerei bräuchte so etwas wie eine kleine Sommerfrische, wie uns dies Herbert Brandl auf der biennale in Venedig vorgezeigt hat. – & wie wäre es mit einem kurzen flashback in unsere vergrabenen Kinderherzen?

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ANDREAS ROSENEDER   Austrian Crocodile Dundee                            Öl auf Leinwand 2000

 Markus Mittringer schreibt in der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD vom Freitag, den 8. Juni 2007 aus Venedig:

 “Mit Öl & Pinsel gegen Drachentöter”

 “Der Maler Herbert Brandl, Österreich-Vertreter bei der Biennale in Venedig, bringt mit dreizehn Ölbildern das Arbeiten nach der Natur frisch und überzeugend zur Geltung:…”

 St. Georg…?

 13 Bilder…? – Brandls letztes Abendma(h)l?

 

 Aktion Schütten in österreichisch-klerikalem Musealismus:

 Da beide Erscheinungsbilder sich in ihrem angestammten Zirkel, in der Kirche & im Museum erfüllen müssen, sind beide Protagonisten zu Devotionalien-Lieferanten ihrer Glaubensgemeinschaft geworden.

 Bezeichnenderweise äußern sich hier beide im gleichen Akt, dem Schütten. Beide werden von ihren Ministranten assistiert, wenn auch in unterschiedlicher Weise.

 “…, und am Wochenende sind wir so weit gegangen, unsere Großmütter ob ihrer Bromöldrucke über den sanktionierten Vollzugsstätten zu verachten.” (Mittringer im STANDARD)

 Dank der Biennale durfte ich  am Wochenende ohne morgendliche Feuilletonlektüre den jeweiligen Tag beginnen.  War aber dann dennoch in Gedanken unterwegs nach einem passenden St-Georgs-Konterfei zu einem entsprechenden Herbert-Brandl-Bild – ganz so als hätte mir “Das Letzte Abendma(h)l”  noch nicht genug abgegeben.

 Zu näherer Betrachtung & Begutachtung wäre wohl  genauere Recherche vor Ort von Nöten.

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LANDSCHAFTSWISCHER, Öl auf Leinwand, ca 120x80cm, Andreas Roseneder 2004

Henriette Horny am Dienstag, 3. Juni 2007 in der österreichischen Tageszeitung KURIER unter KULTUR & MEDIEN über die Teilnahme des österreichischen Malers Herbert Brandl an der Biennale in Venedig :  “… Gute Bilder zu malen, ist für eine Biennale-Teilnahme irgendwie Voraussetzung, und diese Voraussetzung erfüllt Brandl zweifelsfrei. Seine Bilder sind gut. Das bisschen mehr, was sie denkwürdig und den Beitrag lebendig machen würde, fehlt ihnen aber…   Chance  Zurück nach Österreich. Warum wurde eigentlich nie Hermann Nitsch in Venedig präsentiert? Er hat jetzt zwar sein eigenes Museum in Mistelbach, das wesentlich anrührender ist als die steril museale Installation, die Brandl in Venedig verwirklicht hat. Nitsch war zwar auf der Kasseler documenta: aber jeder, der weiß, wie emotional die Venedig-Biennale für Österreicher besetzt ist, der weiß auch, dass ein international renommierter Künstler wie Nitsch hierher gehören würde. Die nächst Chance dafür ist 2009. “

Aus der österreichischen Provinz:

Dialog auf einem „Künstlertreffen”  mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll,  Badener Großheuriger. 250 teils lodengewandete Geladene unter Tierpräparaten an der Wand & Spanferkel im Teller:

Sie: Malen Sie auch?

Er: Ja.

Sie: Sie schütten aber nicht wie der Nitsch?!

Er: Manches Mal, wenn´s mich überkommt.

Sie: Aber geh! In welcher Technik?

Er: Mit Wasser, aber auch Terpentin.

Monolog einer Ausstellungsbesucherin bei der Ausstellung Adolf Tuma: Briefmarke & Moderne Kunst im Egon-Schiele-Museum Tulln, Niederösterreich, vor einem großformatigen expressiven Bild des Lithografen Tuma:

Sie: Da schau her! Schütten tut er auch. – Derweil kann er sooo guat zeichnen!

Einerseits polarisiert offenbar der Malakt Schütten, der unweigerlich mit dem Namen Nitsch verbunden zu sein scheint, die Betrachter von zeitgenössischer Malerei österreichischer Provenienz. Andrerseits muss man Hermann Nitsch zugute halten, dass er auf der österreichischen Kunstszene nach der Zerstörung des gemalten Tafelbildes durch die Gruppe der so genannten Wiener Aktionisten, der Nitsch selber zugerechnet wird, dieses neben Adolf Frohner am effektivsten wiedereingeführt hat (Mühl, Brus etc. mögen mir verzeihen). & irgendwie kommt kaum jemand nachfolgender Malergenerationen umhin, dieses Schütt-Element zumindest als Zitat in seiner Arbeit zu verwenden. Selbst Adolf Tuma, der als versierter Lithograph Schüttelemente in seine fein gezeichneten Bilder einarbeitet.

Wenn nun Herbert Brandl, der als Aktivist der „Neuen Wilden” wohl auch über das Experimentieren mit dem Malakt Schütten in den 80er-Jahren letzten Jahrhunderts der Landschaft neue Sichtweisen abgerungen & über die expressive Abstraktion dann zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine eher meditative Innenschau dieses Gestus entwickelt hat, – man mag von den Bild-Inhalten denken was man will – warum wird ihm deshalb Internationalität abgeschrieben? Ist es nicht eher provinzielles Denken, wenn man sich Mistelbach nach Venedig wünscht?

 

 

 

 

 

 

 

 Wohin ist dieser Raum verschwunden? -Was war denn darin enthalten?