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Category Archives: Albertina

more than 150 works representing all creative periods of Belgian painter René Magritte are recently exposed in the Albertina, Vienna. I am definitely no fan of so-called surrealist painting, but this show evoked an hype of realism in my eyes so my artistic view still seems inspired by that genius man…

Joueur Secret, 1927

Les Temps Menaçants (1929)

“c´est un morceau de fromage”

– la revers de la toile d´objét sous globe en verre

L´Eté et L’Avenir des statues, 1937

Les Valeurs personnelles, 1952

ceci est un oeil de Magritte

Saleha Waqar:  “This Is Not an Article About René Magritte”

ceci n´est pas un oeil de Magritte

MAGRITTE

until 26. Februar 2012

Albertina

Albertinaplatz 1
1010 Vienna

Austria

Vive la Pub.fr:  L’influence des tableaux de Magritte sur la publicité en 35 exemples

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„Die Albertina“

foto © Albertina Wien

Eine aquarellierte Federzeichnung des Zeichners Jakob von Alt aus dem Jahr 1816 zeigt das Palais Albertina vom heutigen Standort des Hotel Sacher gesehen erhöht vor luftig leicht gegliedertem Wiener Weichbild. Heute liegt es mittig eng am Wiener Herzschlag neben dem von Alfred Hrdlickas skulpturenbesetzten Albertinaplatz zwischen Oper, Hotel Sacher & Volksgarten eingebunden. Dank des Flügels “Soravia Wing” aus Titan, von Architekt Hans Hollein über der Empore in den Himmel kragend gesetzt, hebt es sich jetzt aber wieder ein bisschen höher über all die historischen Bauten ringsum ab.

Der Albertinaplatz selbst war für mich immer eine der ersten Anlaufstellen bei meinen Wienbesuchen aus dem Ausland. Nicht weit von Kunstakademie, Naschmarkt, den Cafés Museum, Hawelka, Alt-Wien & Kleinem Café. Mit Anzingers Bonbons, mit denen man sich bei mitgebrachten Gästen gleich auf gut wienerisch einschmeicheln konnte – oder dem besten Zwetschken-Streuselkuchen Wiens zur Melange im Café Tirolerhof daneben. Dabei bot sich das die Wiener Kulturpolitik polarisierende Skulpturenensemble „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ des letzten Jahres verstorbenen Bildhauers Alfred Hrdlicka als Diskussionsanstoß an. Oder die zahllosen Glas-, Metall- & Splitt-Container daneben – Verschandelung oder Ausdruck einer lebendigen Stadt?

Das klassizistische Palais Albertina dort hatte mich Jahre zuvor als Kunststudent kaum zum Betreten eingeladen, man wusste Bescheid über die historisch bedeutungsschwangere grafische Sammlung, deren Bedeutung wie jedem österreichischen Schüler auch mir schon in der Volksschule über Albrecht Dürers Feldhasen auf einem Zeichenblock ins Unterbewusstsein eingebläut wurde:

der “Ursus-Hase” & der Osterhase im Museumsshop der Albertina:

Ein neues Logo aber, ein walfischähnliches Fabelwesen, verführte den Kunststudenten dann doch dazu, in dem im Gebäude der Albertina untergebrachten Filmmuseum einen Vortrag des Filmemachers Peter Kubelka oder den neuesten Kurzfilm des Kanadiers Michael Snow zu besuchen.

Metamorphosen im und ums Haus

Heute ist das alles ein bisschen anders: Der Hrdlicka fällt einem nur auf, weil seine Skulpturen sich gewaschen und vermehrt haben, die Gäste aus dem Inland wollen zu den Ausstellungen „Markus Lüpertz´ Metamorphosen der Weltgeschichte“ oder „Cars“  von Andy Warhol in die Albertina, fürs Kaffeehauspendeln oder Filmeschauen hat man weder Muße noch Zeit. Einzig der Anzinger und der Tirolerhof sind als profane Gustostückerl geblieben.

Corriere della Siera zur Melange im Tirolerhof

„Die Albertina“ wurde so benannt nach dem Begründer der Sammlung, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, dem Schwiegersohn Maria Theresias, der von 1770 bis zu seinem Tod 1822 systematisch an die 14.000 Zeichnungen und 200.000 druckgrafische Blätter zusammentrug. Heute hat ein reger Museumsdirektor in dem alt-ehrwürdigen Haus eine zeitgemäße Ausstellungsmaschinerie in kurzer Zeit so versteckt untergebracht, dass man sich nur wundern kann, was da alles an Kunst aus jeder Zeit an Raum und Beachtung findet: Seit der Jahrtausendwende hat der Linzer Kunsthistoriker Klaus Albrecht Schröder aus dem Museum der Sammlung, Bewahrung & Pflege eines sowohl für Kunstliebhaber wie auch für Künstler selbst geschaffen. Oft gegen die Bedenken von Denkmalschützern, Restauratoren, Kunsthistorikern und Museumsexperten schuf er bauliche und thematische Querbezüge, die manch fachlichen Puristen nicht erfreuten, aber etliche Kreative ins Haus lockten.

Rekorde, Unwetter und Nischen

Immense Besucherzahlen sprechen jedoch für sich: Bereits die erste Ausstellung im Jahre 2000 „Cezanne: Vollendet – Unvollendet“ brachte über 300.000 Besucher ins Haus, Albrecht Dürer bescherte 2003 bereits fast eine halbe Million, mit Van Gogh wurde 2008 diese Zahl überschritten und damit beinahe eine Million Menschen in die Albertina gebracht.

“action hero” painter Van Gogh as playmate for kids – to find in the museum´s shop

Im Österreichischen Fernsehen begeht der Direktor publikumswirksam mit dem Kabarettisten Alfred Dorfer die Schau, die „Freunde der Albertina“ werden über Mitgliedschaft, Veranstaltungen & Führungen „als Teil einer lebendigen Kunstszene“ in die Museumsarbeit miteinbezogen, webtauglich wird kommuniziert: „Albertina Fans ist bei Facebook“. Selbst nach der Gefährdung der grafischen Sammlung durch die Unbill eines Wassereinbruchs im Sommer 2009 wurde dem nachfolgenden Schwall an Kritik über die Bauänderungen durch rechtzeitige Rettungsmaßnahmen mit Bravour Einhalt geboten. 950.000 Werke der graphischen Sammlung waren betroffen und Michelangelo, Dürer und Rembrandt wie auch Picasso und Baselitz für die Nachwelt ohne Schaden bewahrt.

Jörg Immendorf: Kopf einer Bronze aus der Serie “Malerstamm”

Wenn da nicht noch die interessanten Nischen zwischen den Highlights wären…: über ein Zugpferd wie den Star Andy Warhol werden Zeichnung und Airbrush-Arbeit von Robert Longo, Videofilme von Silvie Fleury und durch digitale 3D-Technik entwickelte Skulpturen von Vincent Szarek  vorgestellt. Zur aktuellen Ausstellung „Markus Lüpertz´ Metamorphosen der Weltgeschichte“ wird man über die Skulpturengruppe „Malerstamm“, Bronzen des deutschen Malers und Bildhauers Jörg Immendorf geführt. Und wenn man weiß, dass Lüpertz und Immendorf ein künstlerisch-freundschaftliches Verhältnis verbunden hat, bekommt der öffentliche Raum der Albertina einen beinah persönlich-privaten Touch – trotz dem öffentlichen “Eklat” der letzten Tage rund um “einen Zentimeter” durch den Oberaufseher Wolfgang Dorn verschobene Tafeln eines Ensembles von Silvie Fleury.

René Desor für PANNOrama

Albertina

Albertinaplatz 1,  A-1010 Wien,  Tel.: +43 (0)1 534 83

Öffnungszeiten Museum und Shop:

Täglich 10.00 – 18.00 Uhr   Mittwoch 10.00 – 21.00 Uhr

MARKUS LÜPERTZ – METAMORPHOSES OF WORLD HISTORY

siehe auch post: amidst Markus Lüpertz´metamorphoses

bis 6. Juni 2010

nächste Ausstellungen:

ALEX KATZ – PRINTS

28. Mai 2010 – 19. September 2010

HEINRICH KÜHN – DIE VOLLKOMMENE FOTOGRAFIE

9. Juni 2010 – 5. September 2010

WALTON FORD

18. Juni 2010 – 10. Oktober 2010

„Das Nachzuahmende wird nicht leicht erkannt.“ (J. W. v. Goethe, aus Wilhelm Meisters Lehrjahre)

„Werde der, der Du bist!“

Schon als 16-Jähriger Schreibender auf Sinnsuche griff ich zu den Büchern Also sprach Zarathustra & den Dionysos-Dithyramben des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche. Erst viel später wurde mir klar, vor allem als ich mitbekam, dass Nietzsches letztes Werk, die Dionysos-Dithyramben 1888 erst kurz vor seiner „geistigen Umnachtung“ geschrieben hatte, warum mir diese Werke angesehen von der bildsprachlichen Lehre bei meiner jugendlichen Sinnsuche nicht all zu sehr geholfen hatten: ich hatte selbst noch zu wenig erfahren im Leben. Aber Sätze wie „…Und hier wird auch mit Einem Male die Aufgabe der modernen Kunst deutlich: Stumpfsinn oder Rausch! Einschläfern oder betäuben! Das Gewissen zum Nichtwissen bringen, auf diese oder die andere Weise! Der modernen Seele über das Gefühl von Schuld hinweghelfen, nicht ihr zur Unschuld zurück verhelfen! Und dies wenigstens auf Augenblicke!..“ hatten sich dem jungen Hirn eingeprägt – Da zerriss jemand den traditionellen Kontext in Sprache und baute Neues damit auf. Das musste ja auch in der Malerei möglich sein. Im „Dionysischen Rausch“ warf ich mich auf die expressive Malerei, den kommerziellen Erfolg der „Neuen Wilden“ in Deutschland und auch Österreich bestärkend im Rücken. 1984 wachte ich in Berlin/Kreuzberg auf: Ich stieß auf eine Schwebende Dithyrambe, auf eine so betitelte Leinwand, bereits in den 60er Jahren bemalt und von „MARKUS“ signiert. Ein visueller Dithyrambus, ein ekstatisches Loblied auf den Gott Dionysos aus der griechischen Antike.

Markus Lüpertz Dithyrambe – schwebend 1964 Courtesy Galerie Michael Werner Berlin Köln NYC

Dieser Markus hatte es  offenbar geschafft, der richtungslosen Ekstase, in der ich mich befand, eine Form & Farben zu geben – und dies schon 20 Jahre zuvor. Meine eigenen Versuche kamen mir plötzlich vor, als hätte ich versucht, den Dionysischen Ausdruck rein durch die Zerstörung und Überwindung der apollinischen Versuchung zu erreichen,  sah da Fetting, Middendorf, Salomé, Zimmer im gleichen Bemühen verstrickt & da kam dieser Markus so frank & frei aus entgegengesetzter Richtung & setzte eine gänzlich neue Form vor meine Augen!

„werde der, der du bist und lebe!“

Ein dejá-vu ähnlicher Art mit Markus´ Werk hatte ich gestern in der Wiener Albertina bei der aktuellen Präsentation Metamorphosen der Weltgeschichte/ Metamorphoses of World History. Diesmal „bloß“ eine Ähre und ein paar Reifenspuren auf Papier:

© foto: Albertina Wien

Die Ähre steht einfach prägnant überdimensional 159 x 124 cm auf einem ziemlich monochromen weißen Hintergrund mit ein paar raschen Pinselstrichen “hingemalt”, auf dem unteren Bild durchziehen Reifenspuren eine Landschaftsserie Ohne Titel (Deutsches Motiv – Reifenspur, 1966) hinweg über kleine Papierblätter:

1988 hielt ich diese beiden Elemente kurz nach meiner Rückkehr aus Berlin aufs österreichische Land in Öl auf Leinwand fest. Unter dem Titel “DAS LAND WIRD GEDACHT – DIE MUTTER UNSERER EISERNEN HERZEN”  versuchte ich, die Metamorphose eines Traktorreifens in die Gestalt einer Ähre bildlich zu binden. –

Andreas Roseneder  Das Land wird gedacht – Die Mutter unserer eisernen Herzen Öl auf Leinwand 100 x 140 cm, 1988

eine andere Ähre Lüpertz´, gefunden auf Ernst Vollands blog bei blogs.taz.de:

Markus Lüpertz Ähre dityrambisch    Öl auf Leinwand, 160 x 130 cm, 1971

–  contrary to all longings concerning my experiences in Berlin: nicht zu zerstören, sondern weiter durch versuchte Symbiose aufzubauen. – Deutsches Motiv? – Ich saß damals an der österreichisch-ungarischen Grenze!
„Das Aufregende an der Kunst ist doch auch, dass sie nicht ausstirbt, dass sie von einem zum anderen geht. Dass einer auf die Leistung des anderen aufbaut. Daher hat die Kunst eine so unendliche Überlebenskraft.“*
Markus Lüpertz´  Wege der Malerei hatte ich damals nicht vor Auge.
„In der Malerei gibt es keine Zeit. Man ist auch als 100-Jähriger jung, wenn man vital bleibt. Man ist als 30-Jähriger ein Greis, wenn man nichts mehr zustande bringt.“*
–  nun gut, meine Bemühungen gehen zur Halbzeit weiter… – siehe post FÜLÖP

* cit. Markus Lüpertz, Katalog Albertina

Nachfolgend ein kurzer Rundgang durch die Ausstellungsräume – klein aber fein – in der Albertina Wien:

ALBERTINA WIEN

MARKUS LÜPERTZ

METAMORPHOSEN DER WELTGESCHICHTE

11. März 2010 – 6. Juni 2010

Markus Lüpertz Serie Hl. Sebastian – Graphit laviert auf Papier

Markus Maillol mit Daphnen – bemalte Bronzen vor Mischtechniken

Markus Lüpertz Daphne 9 Bronze bemalt  2005

im Gang vor den Ausstellungsräumen von Markus Lüpertz´Kollege & Freund  Jörg Immendorf (1945-2007):  Bronzen, schwarz-grün patiniert, aus der Serie Malerstamm 2004-06:

unter “unsergleichen”                                     foto: © artstage

im Museumsshop: Oster-, Lüpertz & Dürer-Devotionalien

der frühling treibt stammknospen | sprachblüten …

…während Hans Holleins Soravia-Flügel schwingt ein / ausladend hin auf den Albertinaplatz: Alfred Hrdlickas “Skulpturenparkplatz” frisch restauriert & gereinigt: