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Category Archives: Linz

SINNESRAUSCH / Sensory Sensation is a show in the OÖ Kulturquartier (Upper Austrian Culture Quarter) in Linz with international artists and substantial participation from the Czech art project ORBIS PICTUS PLAY by Jiří and Radana Wald (artistic concept Petr Nikl).

Marianna Stránská Kuleta, 2010, a globular kinetic object

Ondřej Puchta Lichtharfe 2 / Harfii 2 , 2011

a harp with swings of light, their disruption evolves sounds in one octave

Ondřej Janoušek Kunststoffseele, 2011 – a window into the world of plastic

Ondřej Smeykal Mobiles Lichtprisma / a Prism with Scrall Bars, 2009

Ueli Seiler Hugova, Farbige Raeder / Coluered Disks, 2010, rotating optical illusions

Achtundachzig Klaviere / Eightyeight Pianos – Untersuchungen an Fluegeln, kuratiert von Georg Nussbaumer

sprouting in the OK Saal is the central exhibition component Kristalise, which during the course of time and with the participation of the public will spread across the floor of the entire room like a living organism.

in front: Petr Nikl, Sessel der Taeuschung / The Chair of Delusion, 2010 – a rotary armchair with a magnifying glass

Jiří Konvrzek,  Ques Qintett Orgel-Fahrrad, organ bicycle

in the back: Petr Nikl, Petr Lorenc Auge / The Eye, 2007 – an external camera obscura for projecting the exterior

“Wir möchten das OÖ Kulturquartier als einen außergewöhnlichen ästhetischen Erfahrungsraum etablieren”, sagt der künstlerische Leiter Martin Sturm. Bespielt werden nicht nur die klassische Ausstellungsräume, sondern auch Gänge, Stiegenhäuser, Dachböden und Teile des Höhenrausch-Daches. Der neu renovierte Ursulinensaal ist der dramaturgische Abschluss des Rundganges und wird damit auch dem Ausstellungspublikum vorgestellt.

The big “rausch” exhibitions mounted since 2009 are ambitious art outreach programs. “We have created this format with the aim of inspiring a greater appreciation for art in broad sections of the public,” says Dr. Josef Pühringer, Minister-President of Upper Austria and Cultural Advisor. Unusual exhibition locations and artworks that strongly appeal to the senses are ideal for this purpose.

Folke Köbberling & Martin Kaltwasser: transformation of the wooden bridges Linz Super Branch 2009/11 of Atelier Bow Wow into WaterTowers, 2012

Wolfgang Georgsdorf Smeller 0.1, 1096/2012, an artificial odour installation

Atelier Bow Wow (JP) , part of Linz Super Branch 2009/2011 & Conzett, Bronzini, Gartmann (CH) in cooperation with Riepl Riepl Architekten Linz

Bring in The Sun – solar system for the museumhalls down under

Wolfgang Georgsdorf Smeller 2.0 – OLFAKTORIUM

Helga Griffiths, Turbulent Souvenirs/Memories, 2005/2012

the exhibition concept of ORBIS PICTUS PLAY culminates in the pivotal work The Heart in the Ursulinensaal. The instruments and objects here are all “analog” and function without any electronics, computer technology, recorded music or film clips. They have therefore somehow “fallen out of time and are for that very reason all the more present,” says Director Martin Sturm. Human energy is the only force that can breathe life into them, setting them in motion and making them produce sounds.

the exit

SINNESRAUSCH (Sensory Sensation)

until 20. September 2012

OÖ Kulturquartier
OK Platz 1
4020 Linz

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Lithunian band ILGI at posthof Linz, Austria

video:  dej eglite lec eglite

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hör´ ich schlecht? –  &  kann ich meinen Augen trauen?   /  listen & take a look

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2 Linzlinks zur sache   /   2 links to inquire into the matter planet Linz o9 :

Das Akustische Manifest

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Fria Elfen                                                                          jenseits des schreibens

Karmeliterkirche Wiener Neustadt 2004, Foto von  Franz Helmreich

LEERE MITTE

Am 11.11.1959 begab sich Fria Elfen in Begleitung des deutschen Künstlers Wil Frenken, mit dem sie damals gemeinsam die Meisterklasse von Albert Paris Gütersloh an der Wiener Akademie der Bildenden Künste besuchte, von Wien aus per Autostop ins Burgenland. Ihre erste Mitfahr-Etappe endete an der niederösterreichischen Peripherie in Wimpassing. Zu ihrer Überraschung war der Lenker des nächsten Autos, das anhielt, Monsignore Otto Mauer, der auf dem Weg nach St. Margarethen war, wo der Bildhauer Karl Prantl im Römersteinbruch eine bunt internationale Künstlerschar zu einem Bildhauer-Symposion zusammengerufen hatte. Otto Mauer war zu dieser Zeit Domprediger von St. Stephan in Wien und gründete als begeisterter Kunstsammler fünf Jahre zuvor die Galerie Naechst St. Stephan in der Grünangergasse in Wien. Mit dieser Plattform hatte er nach dem Art-Club, einer Künstlervereinigung, deren herausragender Mentor Fria Elfens Lehrer Albert Paris Gütersloh war, ein neues Epizentrum zeitgenössischer österreichischer Kunst ins Leben gerufen. Das Informell – ein Kürzel für abstrakte Kunstströmung – hielt mit Otto Mauer über St. Stephan wie vormals der Surrealismus aus Paris endlich Einzug in das Wien des Phantastischen Realismus.

fria-elfen-portrait2„Die Farben des Winters sind die Farben des Widerstandes”

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Ich treffe Fria Elfen im Dezember letzten Jahres in Breitenbrunn, farbmodisch 2008 aktuell in violett gekleidet mitten in den Farben des Winters. Zuallererst zeigt sie mir die „Rauchkuchl” ihres alten Hauses, dann betreten wir gemeinsam einen großen Raum, bedacht von der Stichkappe eines Kreuz-Gewölbes aus der Zeit der Renaissance, von einer schwebenden Leichtigkeit am Raumhimmel, wie ich es noch selten gesehen habe. „Frisch restauriert vom Denkmalamt, hier ist der alte Verputz zu sehen”, deutet sie.

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Die teilweise mit verschieden gekörntem und farbigem Sand gefüllten Scheibengläser in den beiden Fensteröffnungen brechen das Licht in den Raum, worin dieses dann reflektiert über die Deckenbögen den Boden mit großem bestuhltem Tisch in seiner Mitte abzuheben scheint. – ICH schwebe.   – EGO –   „Relikte von Aktionen”, meint Fria Elfen auf meine Frage nach den Scheiben-Sandfüllungen, „spiel mit will frenken / sand spiele” werde ich später aufklärend am hölzernen Rahmen einer einzelnen Glaskassette im Obergeschoß lesen.

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EGO

– Wie uns beide doch das Wort & das Spiel damit nähert und zusammen bringt. Als sie dann noch nebenbei erwähnt, dass „Fria Elfen” ein anagrammatisches Spiel mit ihrem Vornahmen „Elfriede” sei, freut sich „René Desor” mit „Roseneder”, als er ihr Atelier betritt. Sie lehnt Plexiglasscheiben an die Wand und beleuchtet diese mit einer elektrischen Handlampe, Buchstaben werden als Schatten geworfen und gespiegelt, verkehrt, in sich gekehrt und letztlich darüber hinaus außer sich,  aus ihrem – meinem – unserem – Kontext geschleudert: buchstäblich zerstäubt. Wo ich doch zu aller erst eine auf einem Stuhl liegende Wortcollage auf Papier mit folgendem Text: Hand / klopf an die Wand! / Dein Einsatz / steht gegen den Tod / setze dein Wort / das der drohenden / Flammenschrift / droht erblickt und diese im Geiste mich gefangen, ja gefesselt hatte – und ich auch die Wochen zuvor dem Tode selber bei seinem minutiös zerstörerischem Werken nicht bloß zugesehen, sondern auch Hand an meinem Puls anlegen gefühlt hatte.

Doch nun – plötzlich –  eine Zentrifuge des Lichts zerstäubt im Augenblick Buchstäblichkeit im Raum.

Erschafft neuen Raum, läßt atmen darin.

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Nobody saw me writing this

Nachdem ich mit meiner Leica eine Portraitserie von der Künstlerin durch ein Spiegelobjekt Adolf Luthers (siehe post: Elfen looks through Luther´s) geschossen habe, erblicke ich auf dem die hölzerne Wohnraumdecke tragenden Querbalken eine Inschrift mit Kreide geschrieben: Nobody saw me writing this – ein ungarischer Künstler hat in den 70-er Jahren hier versteckt apodiktisch agiert. Kein Buchstabe davon ist seitdem  von irgend jemandem weggewischt worden. – Zwischen fast nichts und nichts – Fria Elfen drückt mir auf meine Frage nach einer Biografie die so betitelte Broschüre von der Kunsthistorikerin Eva Maltrovsky aus dem Jahre 1996 in die Hand. Dies war eben jenes Jahr, in dem ich mit ihr gemeinsam in den Beirat für Bildende Kunst in die Burgenländische Landesregierung berufen wurde. Nach meinem vorzeitigen Abgang 2000 in Unmut über gemeine Umtriebe sei sie inzwischen selber enttäuscht über die burgenländische Kulturpolitik. Die Beiräte hätten sie nicht einmal persönlich informiert über ihre Abwahl als Vorstand, ein offizieller Abschiedsbrief sei Monate danach zugesandt worden. „Verschollen im Burgenland”, lacht sie heute darüber.

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NEIN – Widerstand gegen das Wort der Verweigerung?

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– Sie hat gut lachen. Im Künstlerhaus Wien wird  vom 24. April bis 17. Mai dieses Jahres eine Personale FRIA ELFEN  gezeigt. Am 2. Januar erst wurde die Ausstellung BEST OF AUSTRIA – Eine Kunstsammlung im Lentos Kunstmuseum Linz eröffnet, es wird unter anderem ihr Objekt Sich verlieren und finden in Gesellschaft von Der Rhein des deutschen Malers Anselm Kiefer präsentiert. – & Linz stellt die Bühne als diesjährige Europäische Kulturhauptstadt dazu – in dem Fria Elfen auch ihren fünfundsiebzigsten Geburtstag feiert. – Lachen wir mit ihr!

Ausstellungen:        BEST OF AUSTRIA- Eine Kunstsammlung

Lentos KunstmuseumLinz
Ernst-Koref-Promenade1
A-4020 Linz

bis 10. 5. 2009

k/haus wien

karlsplatz 5
a1010 wien

FRIA ELFEN  –  24. April – 17. Mai 2009

René Desor for PANNOrama

more photos see also older post: towards limits

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zuweilen tönt

protuberanz meiner seele

ungehört

verbildlicht im all

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am tellerrand meiner phantasie

 

 

2 fotografische abbildungen unter zuhilfenahme eines glasobjektes von Giselher Otasek

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Der Inhalt der Dose wird jetzt zerstäubt durch eine Düse, eine Flüssigkeit wird aus ihrem natürlichen Zusammenhalt, ihrem Verbund in Adhäsion & Kohäsion der Moleküle zersprengt, die erweiterte Physik meiner Hände hebelt & bricht nur durch Daumendruck auf einen Sprühknopf, die vereinzelten Teilchen aufs Papier gestäubt: Chemie bindet dann aufs Papier, setzt die auseinander gerissenen Teichen wieder zusammen in neuer Anordnung, stellt neu dar: der gebrochene Inhalt erhält neuen Ausdruck: leicht entzündlich: Temperaturerhöhung vermeiden: nicht in Abwässer gelangen lassen: von Flammen & Funken fernhalten:

Der elastische Montagekleber für Klischee-Anstalten & Retuscheure wie auch Schriftsteller zum Montieren, Bilden, Darstellen in neuer Ordnung: bindet fast alle biegsamen Materialien wie Papier, Kunststoffe, Folien, auch Buchstaben darauf: miteinander verklebte Teile verziehen sich nicht & lassen sich einseitig gedeutet wieder voneinander lösen: feste Verbindungen werden durch Bewegung von zwei Seiten her erreicht: Körper & Gehirn: beides nach dem Auftragen zunächst antrocknen lassen: Auswüchse & überstehende Ränder mit den Fingern oder Gedanken abreiben: bitte stets Vorversuche durchführen:

Dambruch hielt sich an diese Anweisungen, die Chemie stellte jedoch anscheinend die Buchstaben auf den Kopf, „mein Kopf reagiert auf diese Ausdünstungen”, dachte er noch, dachte er nicht mehr, „die Chemie denkt”, dachte er, dachte er nicht mehr, dachte die Chemie. Die Buchstaben zerstoben vor seinen Augen in eine seinem Denken entgegen gesetzte Ordnung/Unordnung, er konnte dies einfach nicht bezeichnen, diese unbegreifliche Satzung der Buchstaben, Ordnung? Unordnung?, 9101 57, die Zahlen wie von selbst geordnet, nein: Die Zahlen werden geordnet wie von selbst, hier greifen anscheinend unbekannte Partikelchen ein, die sich untermischen in die Vorgänge & Abläufe zwischen meinen Gehirnzellen, die Dambruch auch Zahlen unterjubeln als Werte von Bedeutung: 9101 58, & die Bedeutung scheint gewachsen um eine Einheit, „woher dieses Einheitsmaß?, mein Gott, mir glitscht die Handhabung weg, Buchstabe?, Zahl?”, 9101 59, „hat irgendein countdown eingesetzt?”, Fragen häufen sich, Antworten stehen aus, 9101 60, „- eine Antwort?, eine Frage?”, 9101 61, „Was soll dieses Auszählen?” 9101 62, eine Antwort blieb aus.

Dambruch riss den Fensterflügel nahe dem Schreibtisch auf, hing seinen Rumpf mit nach vorne gerissenen Armen über die Fensterbank, er atmete schwer, 9101 63, um ein eine Einheit beschwerter Kopf sank noch weiter nach unten, als ein lauter, zwischen den beiden Stimmbändern hervor gepresster Ton seinem geöffneten Mund entglitt, 9101 64, dem Ton folgte ein Teil seines Mageninhaltes.

„Der Inhalt ist da!”, schoss ihm durch den Kopf.

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Der Inhalt!”

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Er hatte seine Arme nach hinten bewegt, die Finger der Hände tasteten nach Halt am Fensterbrett, da sein sich entleerender Körper über das Fensterbrett zu gleiten drohte.

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„Halt!”

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Inhalt im Halt.

„9101 69.”

Gelder riss Dambruchs Körper von der Fensterbank.

„Halt!”

 

cit.: René Desor, the Bludenz Project (tBP)