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abendmal

AbendMal

Oktober 1984. – Westberlin, Kreuzberg, Pfuhlstrasse, ehemaliger Getreidespeicher am Fluss Spree nächst Schlesischem Tor.

Die Spree vor meinem Atelierfenster wird von den “Vopos” (Volkspolizisten) der Deutschen Demokratischen Republik  (DDR) – aufgeregt mit schnellen Motorbooten auf- & abgefahren, einer von ihnen  hält einen Feldstecher vor sein Gesicht:  mein Nachbar unter dem von mir angemietem Atelierraum, Aktionist aus München mit CWA (CityWallArt) , wie ich seit kurzem in Berlin, hat Trockeneis in das Spreewasser geschmissen, das bis zur  Mauer  des Gebäudes Osthoheitsgebiet ist. Sektkorken knallen gen Mauerrichtung: ” Der Westen schießt zurück!”

Die politisch trennende Mauer zieht sich hinter dem Wasser am Ufer entlang. Die Spree am Westufer unter unseren Füßen brodelt nicht nur vom Trockeneis.

Ich selber schon als Kind fasziniert von Van Goghs Bild “Sternennacht” male  bei Vollmondlicht ein Bild in 12 Teilen, in Bahrenform je 1x4m groß, mit den Spiegelungen des Lichts der Mauerscheinwerfer im bewegten Wasser der Spree, die beleuchtete Mauer quer durchs Bild gezogen. Ich forme & modelliere eine Gipspuppe, male die Züge von Vinzents “Selbstbildnis” auf ihren Kopf, kleide sie in weißen Overall mit Van-Gogh im Coca-Cola-Schriftzug am Rücken, und setze sie kauernd vor den letzten Teil:  Vinzent schreibt END mittels Pinsel darauf.
Auf dem Einweihungsfest des Ateliers wird die Puppe von einer ausgelassenen Punk-Gruppe mit Eisenstäben zu Fall gebracht & malträtiert.
Die Künstler-Gruppe endart betreibt um ein paar Ecken in der Oranienstrasse eine Galerie.
Der Plan, das Mauerbild im Kunstraum München aufzustellen & von Vopos die Bahren abtragen zu lassen, scheitert.
Im Jahr darauf fotografiert Philipp Schönborn das Bild in einem Hinterhof in München-Nymphenburg für die Kunstzeitschrift ART.
Auf dem Rasenstück rechts unter der Bildmitte erscheint ein 13. Kopf , in der Kunstzeitschrift werden  andere meiner Bilder wie Hesperidenessig & German Bus Stop gezeigt.

1989 habe ich einen Bauernhof an der ungarischen Grenze in Wulkaprodersdorf bezogen. Das Bild lagert auf einem Dachboden. Die reele politische Mauer in Berlin ist  währendessen kurz vor dem Fall, die ersten Ostberliner kommen um die Ecke bei St. Margarethen über die grüne Grenze aus Ungarn nach Österreich, um in die Bundesrepublik Deutschland weiterzuziehen.

das Bild vergrössert HIER zu sehen!

link zum Festprogramm am Schauplatz Berlin  hier:

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link aktuelle Ausstellung – 1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft? – KUNSTHALLE  wien:

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Marcel Odenbach, still aus: Niemand ist mehr dort, wo er anfing, 1989/90

Folgend Fotos von der Trabi-Parade im Rahmen der Feierlichkeiten zur Erinnerung des Paneuropäischen Picknicks 1989 im Rahmen des offiziellen Rufes  “20 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs” an der österreichisch-ungarischen Grenze bei St. Margarethen, Burgenland, am 26. Juni 2009:

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