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Monthly Archives: September 2009

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TRANSFORMER  – The Art Of Visualizing Musik calls Joachim Luetke the exhibition of his artwork at Infeld Haus der Kultur, Austria. A brillant & breath-taking performance shown by the band PERSEPHONE (vocals Sonja Kraushofer) accompanied yesterday´s opening Zdenka Infeld had invited to follow. Born in 1957 in Germany, Luetke studied art in Switzerland during the late seventies, and I recognized that he improved his talent at the Academy of Fine Arts in Vienna, Austria as student of Rudolf Hausner at same time I did, from 1980 to 1986 . – “The wheel comes circle”, he signified in cryptical manner our meeting. Joachim Luetke still lives in Vienna as a successfull multimedia artist and he has created arresting images for a variety of venues, including posters, ads and CD’s. As short glimpses of yesterday´s evening see some photos in follow.

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video- trailer: TRANSFORMER

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youTube video: Flesh :On: Steel meets art of Joachim Luetke

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Joachim Luetke among audience

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Sonja Kraushofer & Martin Höfert, Persephone

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Joachim Luetke
TRANSFORMER – The Art of Visualizing Music

26.9.2009 – 1.11.2009

INFELD HAUS DER KULTUR

A-7131 HALBTURN / BURGENLAND
PARKSTR. 13 TEL+FAX 02172/20123

Öffnungszeiten: Donnerstag-Sonntag und Feiertag

13.00 – 18.00 o. nach tel. Vereinbarung

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some hours later passing discotheque CHECKPOINT, Neusiedl am See, Austria: transformer by Lou Reed in the smoky air

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DER KUMPF : GOTTFRIED KUMPF

ÖL264-Löffler über der Langen Lacke

Eben jetzt im Spätsommer steht die rote Sonne oft über dem dunstigen Horizont des Neusiedler Sees, dem ungarischen  fertö. Ganz so, als wäre sie aus einem Bild von Gottfried Kumpf geschnitten: Um den Maler, der nicht nur in pannonische Köpfe und Herzen rote Sonnen gemalt hat, zu treffen, muss ich mich in das Menschengewühl am Wiener Graben begeben. Mit der 1982 verstorbenen Malerin und Gobelinweberin Maria Plachky renovierte und bewohnte er im burgenländischen Breitenbrunn einen Streckhof aus dem 17. Jahrhundert, den er vor drei Jahren mit seiner zweiten Frau Guni Kumpf nach mehr als 40 Jahren zugunsten großstädtischen Lebens verließ.

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Der Kumpf in Wien
Er beginne jedoch nach wie vor frühmorgens um fünf zu zeichnen und malen, spannt er im bourgeoisen Lederfauteuil einen Bogen ins dörfliche Leben von einst, als der krähende Hahn ihn noch weckte. “Hier geht der Lärm draußen erst so um zehn los”, steckt er den mittäglichen Lärm des Trubels von draußen in seine Tasche – oder besser: den Kumpf.*
“Ja, Besucher haben mir immer einen Kumpf als Gastgeschenk mitgebracht”, antwortet Gottfried Kumpf auf meine Bemerkung, ich wüsste über die etymologische Herkunft seines Künstlernamens Bescheid, ebenso über seine Kumpf-Sammlung, die tradierte Sitte des Gastgeschenkes und mein Bedauern, dass ich nur ein neuzeitliches Plastikexemplar mein eigen nenne, das ich ihm nun nicht unbedingt überantworten wolle. – “Na ja, auch aus Plastik hab ich schon ein paar”, zieht er mich schmunzelnd aus der vermeintlichen Bredouille.

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Der Künstler im Zoo

Auch in der Stadt sind es Tiere, die seine Leidenschaft wecken: hat er doch in den letzten Jahren für den Wiener Tiergarten Schönbrunn mehrere bronzene Großskulpturen geschaffen. 1990 die erste Groß-Skulptur eines Nilpferdes in Bronze, im Jahre 2005 das 800 Kilogramm schwere Panzernashorn vor dem seinem Gehege bis zur großen Orang-Utan-Familie im Mai dieses Jahres vor dem ältesten Palmenhaus von Schönbrunn.

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Eine durch den ehemaligen Direktor Helmut Pechlaner schon 2006 initialisierte Revitalisierung der historischen Gebäude der Wiener Filmakademie – in denen zuvor auch der Österreichische Rundfunk in seinen Anfängen logiert hatte, schuf Platz für die ORANG.erie als human interaktives Kommunikationszentrum mit der Tierwelt. Das malende Orang-Utan-Weibchen Nonja hätte ihn dort fasziniert – aber Nonja wurde leider immer wieder von ihrem Gatten Vladimir verhindert, ihre Kreativität auszuleben, indem er ihre Werke auf Zeichenpapier zerknüllte oder anfangs gleich die Malstifte zerbiss. Eifersucht auf künstlerischen Erfolg mache sich halt auch im Tierreich breit. Doch auch das soziale Leben der Tiere interessiere ihn, er erzählt mir von Schulklassen kleiner Räuber aus dem Tierreich mit Lernaufgaben: “In der ersten Klasse geht’s darum, eine Heuschrecke fein säuberlich fürs Fressen zu zerlegen, in der zweiten schon darum, einem Skorpion vorsichtig Stachel und Giftkammern zu entfernen, um ihn genießbar zu machen.”

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Das Kind, Das Idolon und Der Asoziale
Gottfried Kumpf faszinieren aber auch Menschenkinder und ihr ursprünglicher Zugang zum Kunstwerk. “Sie klettern auf meinen bronzenen Elefanten vor dem Naturhistorischen Museum, seine Stoßzähne sind schon ganz blank poliert davon!” Gemeinsam mit dem Kinderbuchautor Thomas Brezina hat er viele Kinderbücher illustriert, in denen seine Tiere und Fabelwesen die Hauptdarsteller sind.
Ich will mehr über das Idolon wissen, dem Gottfried Kumpf auf seiner Website eine eigene Seite widmet: jene kauernde Figur, die in fast jedem seiner Bilder Platz findet und die von seinen Liebhabern auf den Namen “Der Asoziale” getauft wurde: Ein Synonym für die Ausgesetztheit des Privaten, des Fremden unter seinesgleichen. Der österreichische Autor Alfred Komarek hat 2001 mit fast schon familiärer Vertrautheit die Bildwelt von Gottfried Kumpf ins erzählerische Wort transferiert: “Wie er hinter die Welt und neben die Zeit rollte” endet seine literarische Umrundung des Kumpfschen Universums im gemeinsamen Buch “Der Asoziale”.

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Zwischen den Welten
Gottfried Kumpf selber sagt, er hätte diese Figur erstmals einfach auf einen ungewollt freien Platz in eines seiner Bilder gesetzt – den “Wanderer am Rande der Welt”, “den Gast aus der Taverne”, das aristotelische “zoon politikon”, wie er es philosophisch nennt . Und da sei sie geblieben, auf diesem freien Platz und dort solle sie auch weiterhin Innenschau betreiben können ohne Platzkampf.
Der Kumpf wird nächstes Jahr seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Aber das eigene Alter selber scheint kein Thema für ihn zu sein. Geburtstage habe er nie gefeiert. Denn anscheinend feiert er ja täglich das Kind in ihm selber. – und wird dabei seinem und anderen kindlichen wie auch erwachsenen Gemütern gerecht.

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“Bella“, ein Hundegeschöpf mit der fast maskenhaft aufgesetzten Physiognomie des Asozialen, gehauen in groben Sandstein und hockend auf einem Podest, verabschiedet mich aus der Galerieflucht in das Stiegenhaus. “Eine ältere Skulptur.” : für mich augenblicklich die Quintessenz seines Oeuvres, das er alle zwei Monate mit neuen Kleinplastiken erweitert, die er in der italienischen Gießerei Venturi Arti in Bologna fertigen  und über die Galerie Dorotheum Wien in alle Welt vertreiben läßt.

Wieder von der Menschenmenge am Graben anonym aufgenommen quert plötzlich eilig Thomas Brezina meine Spur. Ich trage sein von Gottfried Kumpf bebildertes & mir  kurz zuvor für meinen Sohn Jan überreichtes Kinderbuch “Dicke Freunde – Ich mag Dich, auch wenn Du anders bist als ich” bei mir. – Menschenskinder, auch in der Großstadt kann man im Dorfe leben!

*  Ein Kumpf von germanisch *kump- oder *kumb- (= (Maß)-Gefäß) bezeichnet verschiedene alt- und mittelhochdeutsche Hohlmaße sowie das (teilweise mit Wasser gefüllte) Behältnis zum Mitführen des Wetzsteins (siehe Kumpf (Köcher). Ein Kumpf im ersten Sinne entsprach regional unterschiedlich zwischen 6,8 und 10 Liter. Abgeleitet ist die bereits im 15. Jahrhundert bekannte Bedeutung aus Brunnentrog oder Kump auf dem Marktplatz.

links.: www.kumpf.at
www.dorotheum.at
Buchtipp:

Kumpf-Buch

Gottfried Kumpf
Maler und Bildhauer
Ein reich bebilderter Führer durch das Werk, mit Texten von Dichtern aus Ost und West und ausführlicher biografischer Dokumentation
Idee und Gestaltung: Guni Kumpf
2008 Almathea Signum Verlag
ISBN 978-3-85002-661-1

René Desor für PANNOrama

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delete  ON / OFF  &  feed  H / B

Ctrl yourself  –  dieser kurze link , über die abbildung der Strg-taste einer computertastatur & “selbst” in weißen lettern prangend auf dem mintgrünen T-shirt eines kaffeehausbesuchers gesehen in Chalandri, einem schicken Athener stadtteil, entfachte diesen sommer beim glas Ouzo einen gedankensturm auf meiner cerebralen festplatte: erst tage zuvor hatte sich darauf der satzfetzen

“…to burn out all visions may reset  the artist to the start…”

eingebrannt gemeinsam mit

“…no work but progress…”

& nun kam da plötzlich ein attischer bürger mit einer offensichtlichen losung auf der brust daher, die das e zu einer plausibel erscheinenden loesung einzufügen schien, was für mich einer empfehlung gleichkam, den entscheidenden delete-button am dashboard des blogpits zu drücken. – selber hatte ich zwei jahre zuvor den blogpit (pit ohne cock, dafür mit dem kürzel für weblog) für mich als schreibenden gefunden, als ersatz für den verlorenen “klassischen” schreibtisch. Die schreibunterlage war im zuge meiner schreiberischen arbeit sozusagen verlustig gegangen, wo ich mich doch als blogger mit meinem blog “poesis & crisis” elektronisch ständig “auf Draht” über funk schrift-stehlerisch mit der welt verbunden gefühlt hatte. Dies hat in folge mein ursprüngliches autorenleben, für das der bleistift- & kugelschreiber-kontakt zum papier immer seismographisch lebensnotwendig war, einigermaßen korrumpiert und die sogenannte “haptische” ebene des lesens auf news-niveau geschraubt, auch damit jene des schreibens auf post-niveau.
Dabei hatte ich diese zwei jahre zuvor auch kein verständnis für die “avantgardistischen” laptop-anarchisten, sah in ihnen jene nun erwachsenen kinder aus meiner Jugend, die damals ihre stamm- & tagebücher mit schlüsseln absperrten. Ich habe sie zugegebener maßen damals dennoch beneidet. Um den schlüssel natürlich. Wie danach um den laptop, auch wenn ich ihn für mich selber nicht wollte, denn ich hatte seit der jahrtausendwende einen einfachen PC zur textverarbeitung und bildbearbeitung liebgewonnen (wenn auch diesen lebensabschnittspartner vor kurzem durch einen nettop PC ersetzt). Für jedermann zugänglich. Den laptop muss man zwar auch nur „auf- & zuklappen”, aber trotzdem verhält es sich wie mit dem schlüssel damals: Die insignie der herrschaft über auf & zu, an & ab gibt dem ganzen, das da drinnen stehen mag ein gewisses gewicht an bedeutung… – Nur zeitgemäß mit möglichen elektronischen verschlüsselungen.

Soviel ich weiß, sind viele dieser tagebücher auf irgendwelchen dachböden verschwunden, & wenn sie dann mal unvermutet auftauchten, war kein Sshlüssel dran. & dann entdeckte man in der werkstatt im keller verschiedenste schachteln mit so genannten kleinteilen: schrauben, nägel & eine unmenge an schlüsseln in jeder form & größe. Von denen hat natürlich keiner gepasst. Da blieb nur noch die gewalt der zange. – & diese ganze mühe für das lesen ein paar abstruser gedankengänge!

Der blogpit-captain selber bleibt von haus aus im geheimen, auch wenn er mit seiner botschaft gleich direkt rausrückt. – & man weiß ja nie, wer die maschine ins Bermuda-dreieck fliegt, auch wenn der captain per durchsage die passagiere zu beruhigen versucht, dass „das Bermuda-dreieck bloß eine viel zitierte mär seit seefahrerzeiten” sei. Da kann sich dann jeder seine eigenen gedanken dazu machen, die “seefahrerzeit”  vorstellen oder der geschichte virtuell vielleicht auch noch was dranhängen.
Was man vom laptop-user ja nicht unbedingt sagen kann. Dieser zeigt einem aktuell auch in traditionell abgewetzter Wiener kaffeehaus-möbelage mit klassischer tageszeitungsleseverschleißstelle virtuell gebroused die neuesten anflugschneisen auf Singapur. Inklusive GPS-grafik selbstverständlich. Das haut einen natürlich im ersten moment um – flashback zurück auf den Wiener Karlsplatz mit all seinen umtrieben.

Vielleicht sollte ich jetzt wieder einen einfachen schulbleistift hernehmen, um das auszusprechende über die reine schrift zu äußern. Oder den beliebten HB-stift, die  quicklebendige quintessenz der 9-er reihe H & B, mich dabei wundern, dass sich F in die auf- & ab-sequenz HB geschoben hat. – nicht ohne zuvor all die letzten sätze mit dem delete-button in das schwarze loch des virtuellen cyberspace geschickt zu haben. – artstage sei dank!

ein Beitrag für: schriftbilder / Literaturhaus Mattersburg

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wegen anhaltendem Publikumsinteresse Ausstellungsdauer verlängert bis

27. September 2009!

!!!   ATTENTION: PROLONGED UNTIL SEPTEMBER 27th   !!!

3 infos:  DER TURM / aktuell haydn2009.wordpress.com / ORF

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google map (Esterházy Palace, Fertöd, Hungary)