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IM FEENREICH – Schloß Esterházy in Fertöd

Es scheint ein märchenhafter Wink zu sein, dass Tünde uns empfängt im Foyer des Schlosses. Der ungarische Frauenname Tünde heißt Fee im Deutschen, klärt sie uns auf, – eine Schöpfung des Dichters Vörösmarty Mihály für das Drama “Csongor és Tünde”. Zudem hat der deutsche Dichter Wolfgang von Goethe die Wortkombination  “Esterházysches Feenreich”  kreiert – in Anspielung auf die Huldigungen durch großartig angelegte Feierlichkeiten des Fürsten Nikolaus I Esterházy als Krönungsbotschafter für Kaiser Joseph II. Er wird in der Esterházyschen Genealogie “der Prachtliebende“ genannt. Und in der laufenden Ausstellung, die gänzlich diesem Sproß der Familie gewidmet ist, hat man noch bis Ende September 2009 die Gelegenheit, zum Abschluss einen Abglanz der Kulissen und pyrotechnischen Zaubereien auf eine Videoleinwand gebeamt nachzuempfinden. Wahrhaft märchenhaft und prächtig!

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umfasst im Hufeisen

Die Fahrt Richtung Fertöd (ehemals Esterháza) geht über die offene grüne Grenze in St. Margarethen, erst am 26. Juni dieses Jahres haben sich hier die hochrangigsten politischen Vertreter beider Länder Österreich und Ungarn zum Gedenken “20 Jahre Fall des Eisernen Vorhanges”  und des “Paneuropäischen Picknicks” getroffen. Also kann jetzt manch Reisender um den See hier einen “Abschneider” nach Fertöd nehmen – auch nördlicher im Seewinkel über Pamhagen ist ein solcher möglich.

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Schon beim Eintritt durch das breite Schmiedeeisenportal wird der Besucher durch die einladend offene Hufeisenform des Baues umarmt. Dadurch fühlt er sich trotz der immensen Anlage des historischen Rokokobaues vielleicht nicht ganz verloren. Bei anschließendem Näherkommen und Betreten der Prunksäle kann man aber dieses erste Sicherheitsgefühl schnell wieder verlieren – Schloss Esterházy, auch gern als das “ungarische Versailles”  bezeichnet – will beeindrucken wie das Vorbild.

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Schichtkaffee und Bahnübergang

Tünde verwöhnt uns im Büroraum am Ende eines endlos scheinenden und prunkvoll ausgestatteten Ganges Caffe Macchiato. Sie nennt ihre Milch-Kaffee-Milchschaum-Kreation “Schichtkaffee“. Wir werden Frau Erna Udvardi anvertraut, sie wird uns als deutschsprachige Fachfrau durch die Schlossräume führen.

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Diese entschuldigt sich zuerst in korrektem und beinah akzentfreiem Deutsch über ihre mangelnden Kenntnisse der Sprache. In Ungarn habe ich mich als österreichischer Besucher durch dieses Understatement schon des Öfteren entblößt gefühlt: Selbst im Grenzbereich aufgewachsen und die Ungarischkenntnisse auf Köszönöm szépen! – Danke schön!  oder néma – sprachlos kurz gehalten, – und dann gab mir einmal eine Frau in Sopron, die sich vorab des Deutschen als nicht mächtig bezeichnete, als Antwort auf meine Frage nach dem Weg mit: Bahnübergang und dann nach links abbiegen!
Erna meint, sie hätte erst vor ein paar Tagen den deutschen Botschafter durch die Räume geführt, wir seien ihre zweiten Gäste und sie sähe die Sache als Test für ihre zukünftige Arbeit hier an. Wir nehmen es ihr nicht übel, so prominent nach dem Herrn Botschafter gereiht zu werden.
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Spieglein, Spieglein an der Wand

Es wäre jetzt müßig, nachfolgend die Führung in Chronologie der Gänge, Räume und Säle aufzuzählen: allzu sehr verliert man sich hier, aber die Details und die Geschichten, die Erna dazu erzählt! –

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– Kaiserin Maria Theresia war auch da. Ihr damals hergerichtetes Bett hat man letztes Jahr nach alten Fotos rekonstruiert. Wie auch alle historischen Einrichtungsgegenstände aus ganz Ungarn neu zusammengetragen werden mussten, da russische Soldaten während der Besatzungszeit sämtliche verheizt hätten, die Parkettböden und Gemälde inklusive.

f18 – in der nachfolgenden kommunistischen Zeit wurden in der Sala Terrena und den unteren Räumen Traktoren auf den Marmorböden repariert. –

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– und hier der Kaiserin Himmelbett, gegenüber an der Wand ein gold gerahmter Spiegel, in den zu schauen ewige Jugend verspräche! – Jedem?

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Haydn, Kunst und Blumen

Eine Tulpenvase steht auf einem Tischchen. Sie hat nur fünf Öffnungen. Tulpen hatten damals einen horrenden Preis.

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Nikolaus beschäftigte in den Gartenanlagen  50 Gärtner, die wöchentlich 60.000 Blumen neu auspflanzten. Hier sollte immer alles blühen, auch die Kunst.

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Der dieses Jahr gefeierte Komponist Joseph Haydn hat hier viele Jahre gearbeitet, seine Abschiedssymphonie wurde 1772 im Konzertsaal des Schlosses uraufgeführt. Zum  Abschied wird mir dann noch in einem Seitenflügel für August 2009  ein Ausstellungsraum für meine Bilder- & Objektschau HAYDN RELOADED geöffnet: Das mit Fee Tünde eingeleitete Märchen wirkt hinein in die für einen bildenden Künstler nüchterne Gegenwart!

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Links:

www.mag.hu
http://haydn2009.wordpress.com

Ausstellungen:

Feenreich des Fürsten Nikolaus Esterházy
bis 30. September 2010

Andreas Roseneder : HAYDN RELOADED
8. August bis 6. September 2009

Das Schloss ist bis 31. Oktober 2009 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, montags geschlossen
Vom 1. November 2009 bis 14. März 2010 freitags, samstags und sonntags von 10.00 bis 16.00 Uhr und die Parkanlage ist täglich von 6.00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet

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René Desor für PANNOrama 009 04

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