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Erfolgreiche Koordinaten auf der globalen “artmap”

Logisch, dass der Künstler Johannes Ramsauer die geographischen Koordinaten seiner Heimatstadt Eisenstadt als selbstverständliche Orientierungshilfe für die nächste Gemeinschaftsausstellung mit der  Künstlervereinigung KG talstation hernimmt, auch wenn die Idee dazu von Gerlinde Schrammel stammt:

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Sie ist dabei. – Er selber hat sich aus der burgenländischen Landeshauptstadt zurückgezogen ins benachbarte Trausdorf, wo sich sein Atelier als Stützpunkt talstation dem Feld  des ehemaligen Flugplatzes hin zustreckt und ist einer der wenigen heimischen Künstler, die sich in ihrer künstlerischen Arbeit der Kulturpolitik  ihres Heimatortes in direkter Ansprache verpflichtet fühlen. Auch wenn diese manchmal als Konfrontation im Affront mit der Tagespolitik in gegenseitigem Unverständnis endet.

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Heute ist einer dieser unzähligen verregneten Junitage dieses Jahres.  Ich durchquere auf dem Weg zur talstation mit dem Auto eine zum Teich geschwollene Lache, wie eine Arche Noah erscheint dahinter das vom Architekten Fritz Brandlhofer langgestreckt angelegte Ateliergebäude am überschwemmten Waldstraßenrand. –  Ob Johannes wohl  Noah den Anker hat auswerfen lassen, denke ich im Zufahren. Auf trockenem Atelierboden entlockt dies von mir ausgesprochen dem Künstler bloß ein lautes Lachen:  sitzt er doch auf dem Trockenen und hat dabei auch noch mitten im Atelier ein Element eines alpinen Sesselliftes parat, um damit etwaigen pannonischen Flutungen trockenen Fußes entschweben zu können. Altrosa getönt und von zwei pinkfarbenen Plastikvögeln des Italieners Alfredo Pecile umkreist hängt diese Installation zentral im Raum.

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Beim Abbau eines Skiliftes in Mönnichkirchen für einen Wiederaufbau in Weißrussland hätte er diesen Sessel hierher abgezweigt. Die zwei Vögel Peciles sind über eine Gemeinschaftsaustellung in der erbse Bruckneudorf aus einer Schar von 200 hierher zugeflogen. Mein Blick fällt auf den Flugsicherungsturm, der lange mein Atelier war: schon 2003 zur Ateliereröffnung talstation konnte ich mir eine Seilschaft zur bergstation Turm vorgestellen: denn Der Turm liegt nach wie vor partout erhöht auf der Kuppe der Ebene des Wulkatales.

tradition mischt avantgarde

Johannes-Ramsauer

cela suffit – Johannes Ramsauer sähe es gerne, dass man sich im burgenländischen Kulturleben mehr der Pflege der Werkpräsentationen verstorbener heimischer  bildender Künstler wie Feri Zotter, Rudolf Klaudus oder Johannes Wanke widmete und nicht nur zeitgenössisch aktuell allzu der Tagespolitik verpflichtet Verwässertes laviere. Was im ersten Moment konservativ – in avantgardistisch geschulten Ohren vielleicht gar regressiv klingen mag, kann man als Eingeweihter, der über das Schlummern der Werke in den Archiven der Landessammlung jener Künstler, die wohl ausschlaggebend Kreative nachfolgender  Generationen maßgebend beeinflussten, bescheid weiß, nur zustimmen. Und dieses Statement Johannes Ramsauer abzunehmen, fällt einem natürlich leichter, wenn man zudem weiß, dass dieser Künstler mit avantgardistischem Anspruch in der regionalen Kunstszene über ausgesprochen lebendige Aktivität in bahnbrechender Auseinandersetzung mitgemischt hat.

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über München und Kassel nach Venedig

Der Künstler hat bei diesem kreativen Streben immer Wert darauf gelegt, seine Fühler als Gradmesser möglichst weiträumig aus dem pannonischen Raum auszustrecken. Ausstellungsbeteiligungen, anfangs unter der Flagge der heimischen NN-Fabrik – damals noch in Siegendorf ansässig, bis zur art multiple führten in den Neunzigern über Düsseldorf nach Dresden, Madrid, Udine hin nach Übersee, New York.
International ausgesprochene Wertschätzung hat aber nun mal immer doch versteckt regionale Wurzeln: „Weit hab ich´s gebracht: Von Siegendorf nach Wien!“: Dieses für den eingeborenen Burgenländer zweischneidige bonmot des Literaten und Autors Dieter Scherr fällt mir augenblicklich ein. Dabei denke ich auch an eine Begegnung mit Johannes Ramsauer in der Bahn von München nach Venedig Mitte der achtziger Jahre: ich selbst aus der dépandance meines Münchener Ateliers auf privater Exkursion nach Italien,  Johannes voller Enthusiasmus über Wien auf dem Weg zur Biennale nach Venedig. Im Zugabteil eröffnete er mir die für ihn als Künstler eminente Wichtigkeit, Ausstellungsereignisse wie die Biennale Venedig zu besuchen. Aus heutiger Sicht war dies damals für mein künstlerisches Selbstverständnis ohne Belang: man wusste darüber Bescheid, aber musste nicht unbedingt alles besuchen und sehen.

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lebendiger Zeitgeist

Heutzutage lebt man ja aktuell als Akteur der contemporary art noch immer den irrenden Zeitgeist; auch wenn dieser das postmodern Zeitliche bereits gesegnet hat.  – Und augenblicklich bin ich als global resident froh, dass Künstler wie Johannes Ramsauer den pannonischen Raum mit ihren Einfällen und Ideen – und dabei vor allem in ihrem Gemeinschaftsstreben zu derer  Entwicklung und Verbreitung – bereichern.
„Das versteckte Gewinnen“ nennt Ramsauer seine Mühen für das, was aus dem kreativen Individuum „entsteht“: „Damit es das Allgemeine durchrinnt, durchfließt“. – Denn Geister, die alleine umirren ohne irritierende Aufmerksamkeit, Schrecken oder gar Schock zu erregen, die dürfen sich allmählich gemeinsam mit dem Zeitgeist von der weltlichen Bühne verabschieden.

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links:
www.johannesramsauer.at
www.kg-talstation.at

Ausstellungen:

KG Talstation und Gäste (Jürgen Messensee und Walter Weer)
Palais Liechtenstein, Feldkirch
17. September 2009
– Lange Nacht der Museen, Feldkirch
3. Oktober 2009 – Palais Liechtenstein
– Lange Nacht der Museen, Eisenstadt
3. Oktober 2009  18.00 Uhr Haus TECHLAB – Technologiezentrum
KG Talstation und Gäste aus I, SLO, H im Rahmen der INTART
(performance: Christoph Perl)

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René Desor für PANNOrama 009 04

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