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Monthly Archives: August 2009

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topical photo: AFP, bbv-net.de –    following photos: René Desor, Athens July 2009

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workshop AquaTest  (powered by Cretacolor) – Kloster St. Anna in der Wüste –  Kreativsommer Mannersdorf  ©fotos: pip

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IM FEENREICH – Schloß Esterházy in Fertöd

Es scheint ein märchenhafter Wink zu sein, dass Tünde uns empfängt im Foyer des Schlosses. Der ungarische Frauenname Tünde heißt Fee im Deutschen, klärt sie uns auf, – eine Schöpfung des Dichters Vörösmarty Mihály für das Drama “Csongor és Tünde”. Zudem hat der deutsche Dichter Wolfgang von Goethe die Wortkombination  “Esterházysches Feenreich”  kreiert – in Anspielung auf die Huldigungen durch großartig angelegte Feierlichkeiten des Fürsten Nikolaus I Esterházy als Krönungsbotschafter für Kaiser Joseph II. Er wird in der Esterházyschen Genealogie “der Prachtliebende“ genannt. Und in der laufenden Ausstellung, die gänzlich diesem Sproß der Familie gewidmet ist, hat man noch bis Ende September 2009 die Gelegenheit, zum Abschluss einen Abglanz der Kulissen und pyrotechnischen Zaubereien auf eine Videoleinwand gebeamt nachzuempfinden. Wahrhaft märchenhaft und prächtig!

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umfasst im Hufeisen

Die Fahrt Richtung Fertöd (ehemals Esterháza) geht über die offene grüne Grenze in St. Margarethen, erst am 26. Juni dieses Jahres haben sich hier die hochrangigsten politischen Vertreter beider Länder Österreich und Ungarn zum Gedenken “20 Jahre Fall des Eisernen Vorhanges”  und des “Paneuropäischen Picknicks” getroffen. Also kann jetzt manch Reisender um den See hier einen “Abschneider” nach Fertöd nehmen – auch nördlicher im Seewinkel über Pamhagen ist ein solcher möglich.

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Schon beim Eintritt durch das breite Schmiedeeisenportal wird der Besucher durch die einladend offene Hufeisenform des Baues umarmt. Dadurch fühlt er sich trotz der immensen Anlage des historischen Rokokobaues vielleicht nicht ganz verloren. Bei anschließendem Näherkommen und Betreten der Prunksäle kann man aber dieses erste Sicherheitsgefühl schnell wieder verlieren – Schloss Esterházy, auch gern als das “ungarische Versailles”  bezeichnet – will beeindrucken wie das Vorbild.

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Schichtkaffee und Bahnübergang

Tünde verwöhnt uns im Büroraum am Ende eines endlos scheinenden und prunkvoll ausgestatteten Ganges Caffe Macchiato. Sie nennt ihre Milch-Kaffee-Milchschaum-Kreation “Schichtkaffee“. Wir werden Frau Erna Udvardi anvertraut, sie wird uns als deutschsprachige Fachfrau durch die Schlossräume führen.

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Diese entschuldigt sich zuerst in korrektem und beinah akzentfreiem Deutsch über ihre mangelnden Kenntnisse der Sprache. In Ungarn habe ich mich als österreichischer Besucher durch dieses Understatement schon des Öfteren entblößt gefühlt: Selbst im Grenzbereich aufgewachsen und die Ungarischkenntnisse auf Köszönöm szépen! – Danke schön!  oder néma – sprachlos kurz gehalten, – und dann gab mir einmal eine Frau in Sopron, die sich vorab des Deutschen als nicht mächtig bezeichnete, als Antwort auf meine Frage nach dem Weg mit: Bahnübergang und dann nach links abbiegen!
Erna meint, sie hätte erst vor ein paar Tagen den deutschen Botschafter durch die Räume geführt, wir seien ihre zweiten Gäste und sie sähe die Sache als Test für ihre zukünftige Arbeit hier an. Wir nehmen es ihr nicht übel, so prominent nach dem Herrn Botschafter gereiht zu werden.
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Spieglein, Spieglein an der Wand

Es wäre jetzt müßig, nachfolgend die Führung in Chronologie der Gänge, Räume und Säle aufzuzählen: allzu sehr verliert man sich hier, aber die Details und die Geschichten, die Erna dazu erzählt! –

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– Kaiserin Maria Theresia war auch da. Ihr damals hergerichtetes Bett hat man letztes Jahr nach alten Fotos rekonstruiert. Wie auch alle historischen Einrichtungsgegenstände aus ganz Ungarn neu zusammengetragen werden mussten, da russische Soldaten während der Besatzungszeit sämtliche verheizt hätten, die Parkettböden und Gemälde inklusive.

f18 – in der nachfolgenden kommunistischen Zeit wurden in der Sala Terrena und den unteren Räumen Traktoren auf den Marmorböden repariert. –

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– und hier der Kaiserin Himmelbett, gegenüber an der Wand ein gold gerahmter Spiegel, in den zu schauen ewige Jugend verspräche! – Jedem?

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Haydn, Kunst und Blumen

Eine Tulpenvase steht auf einem Tischchen. Sie hat nur fünf Öffnungen. Tulpen hatten damals einen horrenden Preis.

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Nikolaus beschäftigte in den Gartenanlagen  50 Gärtner, die wöchentlich 60.000 Blumen neu auspflanzten. Hier sollte immer alles blühen, auch die Kunst.

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Der dieses Jahr gefeierte Komponist Joseph Haydn hat hier viele Jahre gearbeitet, seine Abschiedssymphonie wurde 1772 im Konzertsaal des Schlosses uraufgeführt. Zum  Abschied wird mir dann noch in einem Seitenflügel für August 2009  ein Ausstellungsraum für meine Bilder- & Objektschau HAYDN RELOADED geöffnet: Das mit Fee Tünde eingeleitete Märchen wirkt hinein in die für einen bildenden Künstler nüchterne Gegenwart!

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Links:

www.mag.hu
http://haydn2009.wordpress.com

Ausstellungen:

Feenreich des Fürsten Nikolaus Esterházy
bis 30. September 2010

Andreas Roseneder : HAYDN RELOADED
8. August bis 6. September 2009

Das Schloss ist bis 31. Oktober 2009 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, montags geschlossen
Vom 1. November 2009 bis 14. März 2010 freitags, samstags und sonntags von 10.00 bis 16.00 Uhr und die Parkanlage ist täglich von 6.00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet

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René Desor für PANNOrama 009 04

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Erfolgreiche Koordinaten auf der globalen “artmap”

Logisch, dass der Künstler Johannes Ramsauer die geographischen Koordinaten seiner Heimatstadt Eisenstadt als selbstverständliche Orientierungshilfe für die nächste Gemeinschaftsausstellung mit der  Künstlervereinigung KG talstation hernimmt, auch wenn die Idee dazu von Gerlinde Schrammel stammt:

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Sie ist dabei. – Er selber hat sich aus der burgenländischen Landeshauptstadt zurückgezogen ins benachbarte Trausdorf, wo sich sein Atelier als Stützpunkt talstation dem Feld  des ehemaligen Flugplatzes hin zustreckt und ist einer der wenigen heimischen Künstler, die sich in ihrer künstlerischen Arbeit der Kulturpolitik  ihres Heimatortes in direkter Ansprache verpflichtet fühlen. Auch wenn diese manchmal als Konfrontation im Affront mit der Tagespolitik in gegenseitigem Unverständnis endet.

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Heute ist einer dieser unzähligen verregneten Junitage dieses Jahres.  Ich durchquere auf dem Weg zur talstation mit dem Auto eine zum Teich geschwollene Lache, wie eine Arche Noah erscheint dahinter das vom Architekten Fritz Brandlhofer langgestreckt angelegte Ateliergebäude am überschwemmten Waldstraßenrand. –  Ob Johannes wohl  Noah den Anker hat auswerfen lassen, denke ich im Zufahren. Auf trockenem Atelierboden entlockt dies von mir ausgesprochen dem Künstler bloß ein lautes Lachen:  sitzt er doch auf dem Trockenen und hat dabei auch noch mitten im Atelier ein Element eines alpinen Sesselliftes parat, um damit etwaigen pannonischen Flutungen trockenen Fußes entschweben zu können. Altrosa getönt und von zwei pinkfarbenen Plastikvögeln des Italieners Alfredo Pecile umkreist hängt diese Installation zentral im Raum.

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Beim Abbau eines Skiliftes in Mönnichkirchen für einen Wiederaufbau in Weißrussland hätte er diesen Sessel hierher abgezweigt. Die zwei Vögel Peciles sind über eine Gemeinschaftsaustellung in der erbse Bruckneudorf aus einer Schar von 200 hierher zugeflogen. Mein Blick fällt auf den Flugsicherungsturm, der lange mein Atelier war: schon 2003 zur Ateliereröffnung talstation konnte ich mir eine Seilschaft zur bergstation Turm vorgestellen: denn Der Turm liegt nach wie vor partout erhöht auf der Kuppe der Ebene des Wulkatales.

tradition mischt avantgarde

Johannes-Ramsauer

cela suffit – Johannes Ramsauer sähe es gerne, dass man sich im burgenländischen Kulturleben mehr der Pflege der Werkpräsentationen verstorbener heimischer  bildender Künstler wie Feri Zotter, Rudolf Klaudus oder Johannes Wanke widmete und nicht nur zeitgenössisch aktuell allzu der Tagespolitik verpflichtet Verwässertes laviere. Was im ersten Moment konservativ – in avantgardistisch geschulten Ohren vielleicht gar regressiv klingen mag, kann man als Eingeweihter, der über das Schlummern der Werke in den Archiven der Landessammlung jener Künstler, die wohl ausschlaggebend Kreative nachfolgender  Generationen maßgebend beeinflussten, bescheid weiß, nur zustimmen. Und dieses Statement Johannes Ramsauer abzunehmen, fällt einem natürlich leichter, wenn man zudem weiß, dass dieser Künstler mit avantgardistischem Anspruch in der regionalen Kunstszene über ausgesprochen lebendige Aktivität in bahnbrechender Auseinandersetzung mitgemischt hat.

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über München und Kassel nach Venedig

Der Künstler hat bei diesem kreativen Streben immer Wert darauf gelegt, seine Fühler als Gradmesser möglichst weiträumig aus dem pannonischen Raum auszustrecken. Ausstellungsbeteiligungen, anfangs unter der Flagge der heimischen NN-Fabrik – damals noch in Siegendorf ansässig, bis zur art multiple führten in den Neunzigern über Düsseldorf nach Dresden, Madrid, Udine hin nach Übersee, New York.
International ausgesprochene Wertschätzung hat aber nun mal immer doch versteckt regionale Wurzeln: „Weit hab ich´s gebracht: Von Siegendorf nach Wien!“: Dieses für den eingeborenen Burgenländer zweischneidige bonmot des Literaten und Autors Dieter Scherr fällt mir augenblicklich ein. Dabei denke ich auch an eine Begegnung mit Johannes Ramsauer in der Bahn von München nach Venedig Mitte der achtziger Jahre: ich selbst aus der dépandance meines Münchener Ateliers auf privater Exkursion nach Italien,  Johannes voller Enthusiasmus über Wien auf dem Weg zur Biennale nach Venedig. Im Zugabteil eröffnete er mir die für ihn als Künstler eminente Wichtigkeit, Ausstellungsereignisse wie die Biennale Venedig zu besuchen. Aus heutiger Sicht war dies damals für mein künstlerisches Selbstverständnis ohne Belang: man wusste darüber Bescheid, aber musste nicht unbedingt alles besuchen und sehen.

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lebendiger Zeitgeist

Heutzutage lebt man ja aktuell als Akteur der contemporary art noch immer den irrenden Zeitgeist; auch wenn dieser das postmodern Zeitliche bereits gesegnet hat.  – Und augenblicklich bin ich als global resident froh, dass Künstler wie Johannes Ramsauer den pannonischen Raum mit ihren Einfällen und Ideen – und dabei vor allem in ihrem Gemeinschaftsstreben zu derer  Entwicklung und Verbreitung – bereichern.
„Das versteckte Gewinnen“ nennt Ramsauer seine Mühen für das, was aus dem kreativen Individuum „entsteht“: „Damit es das Allgemeine durchrinnt, durchfließt“. – Denn Geister, die alleine umirren ohne irritierende Aufmerksamkeit, Schrecken oder gar Schock zu erregen, die dürfen sich allmählich gemeinsam mit dem Zeitgeist von der weltlichen Bühne verabschieden.

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links:
www.johannesramsauer.at
www.kg-talstation.at

Ausstellungen:

KG Talstation und Gäste (Jürgen Messensee und Walter Weer)
Palais Liechtenstein, Feldkirch
17. September 2009
– Lange Nacht der Museen, Feldkirch
3. Oktober 2009 – Palais Liechtenstein
– Lange Nacht der Museen, Eisenstadt
3. Oktober 2009  18.00 Uhr Haus TECHLAB – Technologiezentrum
KG Talstation und Gäste aus I, SLO, H im Rahmen der INTART
(performance: Christoph Perl)

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René Desor für PANNOrama 009 04

150px-Flag_of_the_Free_State_of_Ikaria.svg37° 35′ 0″ N, 26° 10′ 0″ E

spending last two weeks vacation in Faros on Icaria – one of the Greek islands in Northern Aegean Sea – I was asked by Niki Kastanis who runs the tavern bar fos fanari on the longest beach of the island to finish with mason Costa two of prepared brick-layed plant pots next the side step of the bar´s terrace. – I already had collected with my son a lot of pattered stones out of the sea-shore, first interested in the patterns itself, then more inspired stone by stone to imagine shields and limbs of turtles. Every day swimming the beach along I imagined to meet one real living careta careta – a  loggerhead seaturtle –  once, several years ago, I was lucky to meet one careta near the Greek island Zakynthos  and did synchron movements in the sea with the turtle – an experience outa space! – I did not meet one in the water this time. But SHE came out of the water & tried three times to dig a pit for her eggs next the house I slept – unfortunately the stony ground under the sand or my & others precence I called – stopped her attempts. she crawled back over the gravel  into the sea. The astonished natives told me they had never sawn a turtle on their beach.  –  “You brought the spirit of the turtle to the beach”, Niki said exited & pleased.

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