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Monthly Archives: April 2009

borsos-lorinc-lilla-borso

Eine Geschichte wie die folgende ereignet sich nicht oft in der Kunstwelt. Am Galaabend der Esterházy-Stiftung im Kunstgewerbemuseum Budapest (siehe dazu auch post: lost in time) erzählen mir das Ehe- und Künstlerpaar Borsos János und Borsos-Lörinc Lilla die Hintergründe ihrer nächsten Ausstellung in der Galerie OctogonArt in Budapest.

Der Wunderbleistift

Es gab in den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts einen polnischen Zeichtrickfilm mit dem Titel „Wunderbleistift“, in dem der Protagonist ein jeweils von ihm erwünschtes Objekt zeichnete, das dann schlussendlich real in seine Welt trat. Schier alles konnte er durch bloßes Zeichnen Wirklichkeit werden lassen. – Borsos Lörinc – die beiden Künstler arbeiten unter diesem Brand, wie sie es nennen, nehmen diese Filmvorlage als Beispiel und untermauern die Möglichkeit dieser Vision von Wunscherfüllung selbstbewusst mit dem Wirken von Jesus Christus, Marcel Duchamp, Andy Warhol und Christo. Und ihrem eigenen Wirken in Werken als Glaubensakt zur Wunscherfüllung: Abzahlung der Kreditschulden aus Lillas Studentenzeit, Unterstützung und Förderung als Künstler, Anspruchnahme humaner Ressourcen und technischer Medien etc. zu erlangen.

Meine Studentenkreditschulden in HUF

„Das Bild entstand aus Gewissensbissen im Sommer 2008. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mit meinem Mann, Borsos János versucht, die Raten für meinen Studentenkredit zu bezahlen, der bis zu dieser Zeit bereits ziemlich hoch geworden ist, doch die Bezahlung der durchschnittlichen Minimalsumme pro Monat war nicht einmal genug, um die Höhe der Summe auf einem unveränderten Stand zu halten. Wir haben eine effizientere Lösung gesucht, mit der ich mich sogar gegenüber meinen Eltern rechtfertigen konnte, da sie über meinen Fehler nichts wussten. Den Kredit aufzunehmen war ja von meiner Seite her ein großer Fehler gewesen, da ich ihn damals überhaupt nicht brauchte. Es mangelte mir ja an nichts, meine Familie hat mich unterstützt. Ich habe die Summe für keine klugen Zwecke ausgegeben und vor allem nicht für meine Studien im traditionellen Sinne. Ich habe den Kredit nur so beantragt, aus dem Grund „warum denn nicht?“ Mein unverantwortliches und extremistisches Denken, das sich gerade von der Aufsicht durch die Eltern befreien wollte, war schuld daran. Ein falscher Schein der Freiheit, wie ich jetzt weiss. Denn der größte Teil des Geldes floß für Unterhaltungszwecke ab, für sogenannte Bewußtheitszustandserweiterungen…“, erzählt Lilla ohne Scheu.

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Bilder in Zahlen

Ein Gemälde – 150×200 cm – entstand, in verschiedenen Techniken wie Tusche, Filzschreiber, Nagellack, Aquarellfarbe, Email-, Öl- und Acrylfarbe sind Bildgeschichten in die Zahlen der Kreditschulden gezeichnet und gemalt. Dabei repräsentiert jede Zahl in bedachter Chronologie und Dramaturgie der Schuldenanhäufung eine gewisse Periode aus Borsos Lörinc Lebenslauf, mit einem Ausgangspunkt links & einer Lösung rechts am Ende der Zahlenreihe.

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Bei seiner Recherche nach junger ungarischer Kunst stieß Dr. Alfred Weidinger, Kulturchef der Esterházy-Privatstiftung, auf diese Arbeit, und nachdem er vom erweiterten Ausstellungskonzept zu diesem Zahlensystem in Gemälden, Fotos, Video und Film für eine Präsentation in der Galerie OctogonArt in Budapest erfuhr, bot er an, im Namen der Esterházy-Stiftung das Bild zu kaufen und vor einem Plenum das ausstehende Geld den Vertretern des ungarischen Studentenkreditzentrums zu übergeben. – Generaldirektor Csillag Tamás vom Studentenkreditzentrum, der Kunsthistoriker Sturcz János, und der bildende Künstler Pinczehelyi Sándor haben ihr Kommen zugesagt und werden mit Dr. Alfred Weidinger und der Leiterin der Galerie OctogonArt, Frau Iványi Bianca auch zu Worte kommen. Gleichzeitig werden Paraphrasen der kunsthistorischen Vorbilder in der Sprache der Malerei und Installation in einem Sonderraum gezeigt.

Der rote Punkt

„So wird dem Ganzen das Pünktchen auf dem i aufgesetzt. – Wir konnten es kaum glauben, einen Mäzen gefunden zu haben, und hatten eine Schreckminute. Freuen uns natürlich spektakulär darüber & werden auch einen roten Punkt neben das Bild setzen“, meint Borsos Lörinc gemeinsam glücklich.

Galerie OctogonArt
Budapest, Várfok u. 7-9
Donnerstag, 28. Mai 2009 19.00 Uhr
Die Ausstellung ist vom 28. Mai bis zum 26. Juni zu besichtigen

links:

my student loan debt in hungarian forint

Diákhitel tartozásom forintban

borsos lőrinc lilla

René Desor für PANNOrama oo9 03

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gewissensbissensbrocken

in gewisse eigenart eingeboren
empfängnis wohlgebettet unverhohlen
versehends umgeschaut

wo darin daraus
wohl kein verhehl
im augenblick
dann doch

geplant gerahmt verbrämter strich
an hindernissen
hinweg der ursprung
eigenart

zuhaus
daheim

wir wissen essen
bereits im keim
machen pause
unterlassen essen ruhn

bereit
zuhaus  daheim

idee:

gib mich hin
gib mich her

vergib dich mich
vergib dich mir
dem gewissen bissen


zuhaus

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back to future,  part one:  how shameful for me as Pannonian aborigin from the Pannonia Superior province not to have been to Budapest since childhood  – Aquincum, ancient capital of Pannonia Inferior !

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views of the Danube banks shot out of the car

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last friday I had the chance to follow an invitation to the Museum of Applied Arts at Budapest, where the representatives of the Esterházy Private Foundation gave an enthusiastic reception to present their future cultural engagements in Hungary –  an elegant gala at an outstanding location:

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at the entrance: prince Anton II Esterházy talking with Orm. Alfred Reichl & Dr. Ernst Wunderbaldiger, board of directors of the Esterházy Foundation, both I had accompanied in the van to Budapest

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Prince Anton II Esterházy, Dr. Stefan Ottrubay, Dr. Alfred Weidinger & Orm Alfred Reichl amidst Hungarian high society

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Dr. Zsuzsanna Renner, head of the Museum of Applied Arts Budapest, lays particular stress on the import of the historical relations of  the Family of Esterházy to Hungary

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the members of the Accord Quartet, performing string-music by Joseph Haydn between the speaches

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chairman Dr. Stefan Ottrubay refering about future plans to continue the tradition of the Esterházy collection with supporting contemporary Hungarian art by donating several prizes for young Hungarian artists & presenting some remains of historical past that have to be preserved for future:

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parts of the Esterházy-treasure, damaged during 2nd World War & awaiting restauration through international experts:

a decorative jug with the arms of Antal Losonczy & Klára Báthory

by Ferenc Képiró, Kolozvár (now Cluj – Napoca, Romania),  1548, gilded silver with cast & embossed decoration

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slendering through the actual exhibition of Japanese design at the Museum of Applied Arts I miss the show “Haydn és az idö – Haydn und die Zeit” on second floor…

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… enjoying with all guests the culinary delcatessen offered on two sideboards  & after smalltalk with two Hungarian artists I have to leave the scenery at the moment with a taxi to catch the van at Március 15 tér waiting back to Eisenstadt – more about young Hungarian art next time!

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“…time to bring in my own art of painting”,  I thought yesterday morning & brought some of my lands/cape/stripes – paintings into the classroom of Primary School Achau, Austria – not just to place them on  the blackboard:

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long seized canvas, paper, acrylic colours, palettes, brushes & scrapers as tools:

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facit: result:  a lot of colourful stripes are covering the floor for drying…

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…meanwhile Siegried Ressel has continued to work in Hundertwasser´s world with the kids in the other classroom:

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a sequence of the school´s art-project

YOUng ART:

artists inspire young art

powered by Cretacolor-Academy

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music: Earl Grant

I  refuse to believe it:  Peter Infeld is dead.  about my recent meeting with Peter last month here:  at the end of a rainbow…

about the opening of an exhibition of Ernst Fuchs´early works  at Infeld-Haus der Kultur with Peter & Zdenka Infeld three weeks ago:

burning foxes

I will miss you & your intuitional grasp, Peter!

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Peter Infeld 1943-2009

(photoportrait  2009 02 22 at Infeld-House of Culture © by René Desor)

an amicable obituary notice by Austrian galerist Ernst Hilger see here:  artmagazine

+

At the end of a rainbow, you’ll find a pot of gold
At the end of a story, you’ll find it’s all been told
But our love has a treasure our hearts always spend
And it has a story without any end

At the end of a river, the water stops its flow
At the end of a highway, there’s no place you can go
But just tell me you love and you are only mine
And our love will go on ’til the end of time

At the end of a river, the water stops its flow
At the end of a highway, there’s no place you can go
But just tell me you love and you are only mine
And our love will go on ’til the e-end of time

‘Til the end of time

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a bonfire of visual & acoustic impressions sent out by historical & contemporary art evoked my senses this Wednesday´s opening of the multimedia exhibition “HAYDN EXPLOSIV – an European career at the princely court Esterházy” in the historical rooms of Esterházy Palace at Eisenstadt –  Austrian composer Joseph Haydn´s central domain of creativity & performance

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General Director Dr Stefan Ottrubay, head of the Esterházy Cultural Managemant, Art Director Dr Alfred Weidinger & curator  Herbert Lachmayer at the press preview

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a colourful carpet designed by Roy Lichtenstein welcomes to enter & follow the line of pursuance

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an historical portrait of Nikolaus I Esterházy –  named by contemporarians a “lover of splendour”  was  a passionate patron of art, nowadays surrounded  in honour by two goldened columns – see about the preparations my previous post here:  spick & span

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Sala terrena

genius (cit. Alfred Weidinger), cultural philosopher &  curator Herbert Lachmayer leads with enthusiasm, knowledge & wit through the rooms of the exhibition

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Sala Europa

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projected notations, staff lines, architectural plans, cockroaches, bursting & burning architecture on the ceiling of Sala Europa – moving hands & strings on the carpet & framed glass below

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Herbert Lachmayer refers about the sculpture Paukenschlag by Franz West & Welcome to Chaos by Gelitin – btw – I have the stirring imagination of Francis Bacon

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Pipilotti Rist´s video-installation Selbstlos im Lavabad , set into Lichtenstein´s carpet

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Margit Nobis´erotic tapestry

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Otto Zitko´s lined ceiling

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Haus der Laune / house of humor / maison burlesque

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Joseph Haydn, Herbert Lachmayer & Stefan Ottrubay

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the official opening at the Haydn Sall accompanied by the musicians of the Apollon Musagète Quartett, Vienna, music by Joseph Haydn & Karol Szymanowski

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” province is not a place but a state of mind”  (Lachmayer)

by the way  –  maskaron – that´s the name of the new café in the court of the Esterházy Palace, so called after the masks on the walls up there. you may have a look on them :  HERE.  – I have painted them all in vinyl-technique last months.

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for today´s YOUng ART – workshop unit at primary school at Achau, Lower Austria,  I took an esteemed piece out of my old longplaying record colllection:  the cover with Wassily Kandinsky´s  picture “The Black Circle” on Anton von Webern´s opus conducted by Pierre Boulez has always been an inspiring touch for me – would it be that for the kids using soft pastels on black paper too?

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– it really was! – & I had not to tell much about abstract & non-figural art, about inner & outer view of world´s appearances. in the meantime Siegfried Ressel from the Cretacolor Academy introduced his pupils to the artistic world & architecture of  Austrian painter Friedensreich Hundertwasser:

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with metallic watercolours & felt-tipped pens they answered:

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a sequence of the school´s art-project

YOUng ART:

artists inspire young art