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Andreas Roseneder     me myself mask I / mask 020 ,  vinyl on canvas 2009

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& read artstage´s post about the history of origins here: haydn reloaded II

& haydn reloaded

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aus HAYDNS ERSCHEINUNG – ein phänomenologisches Schauspiel von Siegmund Kleinl 2007:

Haydn

Gott.

Er war mir so nah,

als ich die Schöpfung.

Und als ich dann diesen Nietzsche las.

Gelesen haben werde.

Ich kann es nicht glauben,

dass Gott tot ist.

Es wird mir ganz Nacht vor Augen.

(Es ist dunkel im Raum geworden.)

Und kein Licht im unendlichen Raum.

In den unendlichen Räumen,

die mich schaudern machen.

Kalt.

Mir ist kalt.

Diese Kälte.

Kein Feuer.

In keinem Menschen ein Feuer

Auch in den Jungen nicht.

Sie müssten in den Feuerofen.

Wie ich.

Ich war einer der drei Jünglinge im Feuerofen.

Einer ist früh verglüht.

Aber was war er Flamme!

Nie erlöschendes Feuer.

Ich fürchte die Hölle nicht.

Ich fürchte nur einen Himmel,

der nicht brennt.

Ein Paradies auf Erden ohne Feuer im Menschen.

Ohne Geist.

Die Erde wird sich erwärmen,

aufheizen an den vielen Fortschritten,

heiß, glühend heiß

wird die Erde unterm rasenden Schritt des Menschen,

dröhnender Stiefel,

dröhnende Musik.

Ein Wirrwarr von Tönen, Geräuschen, ein Rauschen, ein Rausch.

Stimmen, die glimmen, auf –

und verglimmen noch ehe sie Flamme sind.

Nichts will werden,

weil nichts etwas sein wird.

Niemand sieht etwas

angesichts des Todes.

Alles drängt sich zusammen im Hier und Jetzt

Wie jetzt in mir,

hier in meinem Kopf.

Ein Blitzlichtgewitter im Kopf

Als wäre er eine einzige Entzündung,

eine Gicht im Hirn,

die jeden klaren Gedankengang lähmt.

Lahmer Kopf.

Lehmklumpen.

Unförmig.

Ohne Sinn.

Sinnlos.

Ein leerer Schädel.

(Plötzlich heftig, in panischer Angst)

Da, aus dem Dunkel, Hände, modrig.

Das Dunkel, die Hände, sie greifen,

reifen um mich herum wie Reifen von Fässern.

Ich, ein leeres Gefäß,

ein Fass ohne Boden,

hölzern wie Holz,

so steif, so starr, so knisternd

wie eine Spannung, die birst.

Die Reifen der Hände,

als wollten sie mich,

mein zerstäubendes Ich,

zusammenhalten,

legen sie sich um meinen Körper.

Wo ist er,

wo ist mein Körper?

Ich fasse ihn an,

ich fasse nichts.

Verloren mein Körper,

er ist mir verloren gegangen.

Und jetzt wird es eng,

immer enger,

eine Engführung.

Wie eine Fuge sind die Reifen der Hände um mich,

um meinen Hals.

Jetzt geht’s an den Kragen mir.

Keine Luft.

Ich rede,

ersticke,

mich,

um den Kragen die Hände,

um den Kopf.

Mein Schädel!

Gebt mir meinen Schädel zurück,

meinen Eigenkopf!

Den Eigen-Sinn meiner Musik.

Wer spielt da falsch?

Bringt mich um Kopf und Kragen?

Was macht man mit mir?

Wo bringt man mich hin?

Wer fasst mir an den Kopf?

Vermessen.

Den Schädel?

Um was?

Um meine Musik zu verstehen?

Wie vermessen!

Weg! Weg!

Lasst mich in Ruhe, in Frieden!

Lasst mir meine Geschichte!

Meine niedrige Geburt.

Ich habe die Niedrigkeit überlebt,

Erniedrigungen.

Überlebt.

Die Musik hat mich aus den Niederungen des Daseins gehoben,

in die Welt, zur Welt gebracht.

Die Musik war meine Hebamme.

Sie hat mich gehoben, getragen, nicht fallen lassen, nie.

Die Kunst lässt den Menschen nicht fallen.

Sie zieht ihn aus dem Chaos heraus.

Die Existenz ist ein Chaos.

Auch meine.

Trotz der Ordnung,

die mein Leben gehabt hat.

Ich war in dieser Ordnung

Und nur die Musik hat mich aus dieser Ordnung,

in der die Gesellschaft ist,

aus dem unterdrückten Leben,

herausgeführt.

Die Musik war mein Exodus.

War.

Ohne sie Wirrwarr.

Tohuwabohu.

(Wie in einem Anfall von Wahn)

To, to!

Hu! Hu!

Waaa! Booo!

Hu! Hu!

To, to!

Alles.

Zerfällt.

Zu, zu alles.

Alles zu.

Geschlossen.

In sich.

Verschlossen in sich.

Zufall.

Ich.

Ich war ein Zufall.

Zufällig in der Welt.

Sie ist durch mich geworden.

Die Schöpfung.

Durch Gott und durch mich.

Ich bin ein Geschöpf des göttlichen Zufalls.

Fällig in der Geschichte.

In der Musikgeschichte.

Eine fällige Musik habe ich aus mir herausgeschöpft

Mit dem Schöpfer.

Auch eine gefällige.

Ich habe den Menschen diesen Gefallen getan ohne zu fallen.

Ohne ins Gefällige zu fallen.

Ich habe Gefallen gefunden.

Vor den Menschen.

Vor Gott.

O Gott, die Menschen!

Diese Menschen!

Die hören und doch nichts hören.

Sie müssten ertauben, um sich zu vernehmen.

Die Musik in ihnen.

Besser nicht.

Vielleicht ist keine Musik in ihnen,

nicht mehr.

Nur noch Geräusche.

Ein Saus und Gebraus,

Das Sausen der Welt im Ohr,

das Brausen der Gewalten.

Was für Gewalten?

Was für Gewalten tun sich die Menschen an?

Was für eine Gewalt.

Mir ist kalt.

Kalt wie einem Lebenden unter Toten.

Mich schüttelt`s.

Der Tod um mich.

Der viele Tod schüttelt.

Der Tod schüttelt mich durch wie ein klassisches Fieber.

Wie ein Herz durchgeschüttelt wird,

wenn die Liebe weg ist.

Die Geliebte.

Herzfieber.

Das den Kopf beutelt,

als wäre er ein Beutel,

ausgebeutet wie meiner.

Ich habe,

man hat mir den Kopf ausgebeutet.

Mein Kopf eine Beute.

Die Leute.

Die Meute, sie stürzt sich auf mich.

Alles stürzt sich auf mich.

Keine Luft mehr.

Keine Luft für meine Musik.

Ich muss meine Musik.

Alle stürzen sich auf sie.

Weg! Weg!

Ich muss meiner Musik Luft verschaffen,

beatmen von Mund zu Mund.

(Atmet heftig ein und aus, bläst immer heftiger, geradezu panisch, bis er erschöpft in seinem Stuhl zusammenbricht.)

3 Comments

  1. that´s cool!

  2. Hello!
    Very Interesting post! Thank you for such interesting resource!
    PS: Sorry for my bad english, I’v just started to learn this language😉
    See you!
    Your, Raiul Baztepo

  3. Hi !🙂
    I am Piter Kokoniz. Just want to tell, that I’v found your blog very interesting
    And want to ask you: will you continue to post in this blog in future?
    Sorry for my bad english:)
    Thank you!
    Your Piter Kokoniz, from Latvia


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