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SMOKE SIGNAL :  I beg your pardon I can not offer you an English version of the following article I wrote for the Austrian magazine PANNOrama. non-German-speaking visitors may enjoy the photos  & visualize the atmosphere around the Austrian cultural activities at this fascinating place on the banks of the river Danube.  you may visit the English website of Kulturfabrik Hainburg here –  or  this translating  link may be helpful: google.translate.

a short post about recent party 1000.0046th Art´s Birthday you find here: daily death

STARKER TOBAK

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segensreiche Hinterlassenschaft der Tabakproduktion

Am Donaustrom, neben der Schiffsanlegestelle der Stadt Hainburg, umgeben von der Landschaft der Donauregion Auland-Carnuntum und nicht weit von Ausgrabungsstätte der Römerstadt Carnuntum gelegen, streckt sich unter der Silhouette des Hainburger Schlossberges das  Gebäude der ehemaligen „k.u.k. Haupt-Tabak-Fabrik“ das Ufer entlang. Aber hier werden heutzutage keine Zigarren und Zigaretten mehr gerollt, seit 2007 dient das Fabrikgebäude als öffentliches Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum, wissenschaftliche Restaurationsstätte und museales Depot.

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Beim ersten Betreten des Gebäudes nach der Fahrt im an der Außenwand laufenden Panoramaaufzug eröffnet sich der Bereich fenestra, eine vom Architektenteam rund um Reinhard Gallister behutsam an den alten Gebäudebestand gefügte Metall- und Glaskonstruktion, deren neu geschaffener Raum gastronomisch genutzt wird und zur Panoramasicht über die umliegende Donaulandschaft einlädt. Glas wird nicht nur für Aussichten genutzt: über Panzerglas schreitend erhält man Einblick in die Fülle der Ausgrabungsrelikte des nahen Carnuntum, auf einem Schautisch präsentiert die Fundstücke im Stockwerk unter den Füßen.

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„forgotten future“ (Andrej Smirnov, Theremin-Center, Moskau)

Ich habe das Glück, die Wiener Multiartistin Elisabeth Schimana im Foyer anzutreffen. Sie ist Leiterin des von ihr gegründeten IMA – Instituts für Medienarchäologie – und hat für die Kulturfabrik gemeinsam mit Peter Donhauser vom Technischen Museum in Wien die Ausstellungs-, Performance- und Konzertreihe „Zauberhafte Klangmaschinen – Vergessene Zukunft“ kuratiert. Sie ist bereit für eine Führung durch den Ausstellungsraum. Die Tatsache, dass das Konzept dafür bereits vor der Eröffnung der Kulturfabrik fertig war, hätte große Flexibilität in der Darstellung ergeben, der gebotene Spielraum sei mit der sich erst selbst definierenden Kulturfabrik groß gewesen, meint sie. Mit Professionalität & offensichtlicher Begeisterung gibt sie Spielbeispiele an den ausgestellten elektronischen Instrumenten wie Theremin, Mellotron und Rhytmikon und erzählt die Entstehungsgeschichte der Klangerzeuger, Klangspeicher und der Klangübertragung, wobei auch die Geschichten und Legenden darüber nicht zu kurz kommen: die Klangerinnerungen an St. Pepper´s Lonely Heart Club Band aus einem der Geräte versetzen mich augenblicklich in die eigene Jugend zurück.

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Ich erlebe Elisabeth Schimana nicht nur als Hüterin, sondern auch als Magistra der Kunst des elektronischen Klanges.

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Sprechendes Papier

Als sie Tonträger verschiedenster Provenienz vorstellt, überrascht mich ihre Anmerkung, „dass 1931 die in ihren Ressourcen beschränkten  Russen  sogar Papier als Trägermaterial getestet haben.“ Tönendes Papier! – Leider ist die bereits bezeichnete Stelle der Apparatur in der Ausstellungsreihe leer – das A.S.Popov Telekommunikationsmuseum St. Petersburg scheint mit seiner Leihgabe in Verzug zu sein. „Diese Aufzeichnung auf Papier kann bis zu 3600 Mal abgespielt werden“ – Kurz danach startet sie den amerikanischen Webster Wire Recorder von 1948 an, der den Ton von einem neben dem Sprechkopf vorbeigezogenen Stahldraht abnimmt. – Als täglicher Benutzer der modernen Kommunikationstechnologie bin ich  fasziniert und sprachlos ob dieser Zeitreise in ihre Entstehungsgeschichte mittels Phonographie.

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Senden und Empfangen

Frau Vera Ritter kfhfuhrung von der Kulturfabrik zeigt mir danach den so genannten Veranstaltungssaal im rechten Flügel des Gebäudes, einst Fabrikationshalle, jetzt dank verschiebbarer Wandeinheiten & einer backstage-zone je nach Bedarf in Konzert-, Konferenz- oder Seminarraum für 500 Personen verwandelbar. Was mich aber besonders beeindruckt, ist der Erhalt der industriell historischen Vorgabe durch den gekonnten Architektureingriff: die gusseisernen Säulenreihen gliedern den Raum nach wie vor in transzendent zeitloser Eleganz.

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–  Säulenkolonnaden, die eine Brücke zu anderen Nutzungsbereichen der Kulturfabrik Hainburg schlagen. Auch hinunter – wieder über die moderne Konzession eines eingebauten Liftes – in die darunter gelegenen Geschoße, wo die Wissenschaft versteckt geborgen weilt und Raum für eine Fülle von Aufgaben findet, welche die Archäologie aufgibt: was draußen in den Grabungsstätten rund um Carnuntum bei Wind und Wetter schlicht verrotteten würde, wird hier fein säuberlich akribisch konserviert und archiviert.

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Zukunft aus der Vergangenheit

Da der Geburtsort des Komponisten Joseph Haydn Rohrau in angrenzender Nähe liegt, schien für das Haydnjahr 2009 das niederösterreichische Teilmodul der Ausstellungsreihe PHÄNOMEN HAYDN für die Kulturfabrik prädestiniert: unter dem Titel HERANREIFEND: ENTWICKLUNGSJAHRE EINES GENIUS wird in der Kulturfabrik vom 1. Juni bis 31. Dezember 2009 Joseph Haydns heimischer Werdegang zum weltgefeierten Musiker beleuchtet werden. Aber zunächst einmal wird von hier aus das Institut für Medienarchäologie über RADIO Vergessene Zukunft vom 16. Jänner bis 15. März 2009 auf der lokalen Frequenz von 87,5 MHz senden. Hörenswert! – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen sich mit diesem Angebot hier sehr kontrovers, doch nah und dadurch für den Besucher intensiv.  – Wie dies am 16. & 17. Jänner dieses Jahres auf der Geburtstagsparty 1.000.0046th Art´s Birthday mit national & international auch web-vernetzter Teilnahme bereits  in den Äther gesetzt  wurde.  Ein Kurzbericht darüber hier: daily birth

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  1. […] to René Desor’s article “starker tobak / smoke signals” on his blog, about the Kulturfabrik Hainburg, which was a tobacco factory on the banks of the […]

  2. By daily birth « poesis & crisis on 17 Jan 2009 at 12:06 am

    […] party at the Kulturfabrik Hainburg (read about post: smoke signals):  with Hubsi Kramar as master of ceremonies, En aka Pal Tóth (Budapest) and Astrid Schwarz […]

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