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Monthly Archives: August 2008

photo of a performance-sequence staged by Hawi Rahman at Cselley-Muehle, image = link to Anonymous Soldiers – don´t tell your mother, video by Haim Ben Shitrit

dialogue at our shared table in the courtyard of Cselley-Muehle:

Iraki Hawi to Israeli Haim: ” Never thought to meet an Israli without a weapon!” Haim´s response: “- & I never thought to meet a not dead Iraki!”

the Kurdish artist Hüseyin Işık  from Turkey & Palestinian musician Quassis Wassim helping Palestinian artist Hourani Khalid  to clean Khalid´s mirror-installation made in – obviously with great amusement – in the meadows next Cselley-Muehle for the opening exhibition today. they are participants of an art-workshop, more information about : here

  

MADE IN …

My father said to me then: “It’s a luxury watch, a watch carefully manufactured, it is Made in…”. He did not add the name of the country, or where exactly it was manufactured. What was important for him was the Made in…

Made in – somewhere in this world.

He pronounced Made in as one single mysterious and magic word – not necessarily knowing the meaning of it. He was not fluent in English, and he may not know its literal meaning.

I borrow the word from him, not only because playing with words dismantles their meaning, meanings of power, economic, ideology, nationalism – it is also my hobby. But also to propose an alternative brand name, memory, and illusion by reflections, shadows, fantasies, and tricks.

Khaled Hourani

Oslip 2008

 

 

the artists Hüseyin Işık & Hourani Khalid are sharing a studio with the Austrian artist Johann Jascha at Cselley-Muehle:

Hüseyin Işık works with ink on paper & is invoking religious symbols with plotted computer-animations on plastic:

Johann Jascha working concentrated next to his “therapy-couch” in colours. ” I travel with the papersheets around the world, these drawings have origins in Asia, Africa, Europe & are overdrawn everywhere as here now. This means real intercultural drawing”, he explains his aims to interfere with the topic of the workshop: European Year of an Intercultural Dialog.  after a short pause drawing again he interrupts & adds with a smile on his face: “no- it´s a bit more: intergalactic drawing!”

a heaven in tabloid form on the front of an old house in Oslip, Burgenland. – missing the sculpture inside

        Die Ironie treibt zumeist seltsame Blüten. Ob man angesichts Paul Mühlbauers Skulpturen das ironische Augenzwinkern in den Vordergrund stellen sollte, ist fraglich. Denn hinter der Attitüde des Lackanstrichs, der seine Skulpturen seit geraumer Zeit in die Nähe von Comics stellt, öffnen sich existentielle Lebens-Fragen.

 

 Nach eigenen Aussagen war in seinem Leben der wichtigste Schritt, nach der ersten Ausstellung seiner Skulpturen den Schritt zu wagen, für die Kunst & damit auch von der Kunst zu leben. Man könnte jetzt meinen, eine für den studierten Nationalökonom mit Bedacht auf die materielle Existenz klare Aussage. Da Mühlbauer aber auch gleichzeitig zugibt, dass dieser Schritt mit verborgenen Ängsten verbunden war – will er doch mit der Offenbarung der Bilder seiner Gefühlswelt den Menschen gewissermaßen verschiedene Spiegel vorhalten – merkt man dabei auch die psychische Ebene der Angst mitschwingen. „Gerade weil ich in die Zeit der Destruktion, der Vergiftung und der Entmenschlichung hineingeboren wurde, wird das Zeigen des Schönen und der Nacktheit ein Ziel bleiben”, schreibt der 1963 im steirischen Judenburg Geborene.

Pannonische Odysee

 Paul Mühlbauer hat diesen Sommer mehrere Künstler zur bildhauerischen Arbeit in seinen kunstpark sued in Olbendorf, Nähe Stegersbach im südlichen Burgenland geladen. Doris Piwonka aus Wien, Wolfgang Stübner aus Berlin, Reinhard Mikel, Rudolf Pinter und Andreas Roseneder aus dem Burgenland werden hier arbeiten. Ich leite als Ortskundiger mit meinem Van den mit breitem amerikanischen Wohnwagen – inklusive „Kübel-Trabi” der Ex-DDR-Armee am Anhänger hintendran – angereisten Berliner Holzbildhauer Wolfgang Stübner über die burgenländische Schnellstraße S31 volkstümlich „Nord-Süd-Verbindung” genannt, hinunter an die Ränder der Buckligen Welt. Am Ziel angelangt erweist sich das Auffinden des Kunstparks selber als kleines Kunststück: in Olbendorf mit 9 Ortsteilen, über 1700 ha Gemeindefläche & mehr als 100 km Ortsstraßen kein Wunder. Hier scheitert auch das Navigationsgerät des Berliners. Endlich ein Hinweisschild „kunstpark sued”, am Ende der asphaltierten Straße, dann ein Ortsschild mit dem zweisprachigen Schriftzug „Bleiburg / Pliberk“. – Hat Jörg Haider das Ortschild hierher versetzen lassen?

 Nein. – Mühlbauer spielt mit den Emotionen seiner Besucher. Dieses Spiel setzt er auch in seinem an den Atelierbau grenzenden Skulpturenpark fort: Ein Sehschlitz in der Betonmauer, die den Park von der Straße abgrenzt, verführt zum Hineingucken.

 Und ist man dann das Wiesenstück mit Mühlbauers Bronzeskulpturen aus den 90ern abgegangen, weist No Way Out, eine bronzene Menschenskulptur mit einem Messer gestikulierend, weiter in den Wald. „Ein Wegweiser”, sagt er lapidar. Er führt den Besucher gern in die Irre.

 

 

Im Wald haben letztes Jahr die Bildhauer Heinz Bruckschwaiger und Reihard Mikel ihre Spuren hinterlassen: LandArt in Form eines Hügels als weibliche Brust gewölbt, ein durchbohrtes bluttriefendes Herz zwischen den Stämmen. Holzstege führen über die sumpfigen Teile des Waldstückes. Riesenschachtelhalme zwischen den Eschen, Buchen & Eichen fiedern hellgrün den dunklen Waldboden.

Die Malerin Doris Piwonka setzt kreisrunde Spiegelobjekte aus Nirostastahl in den Sumpf und spiegelt damit das Blattspiel im Himmel ins Dunkel. Alte Geschichten tränken den Boden: Die Olbendorfer sollen hier einst ihre Kirchenglocke zum Schutze vor den herannahenden Türken vergraben haben – und beim späteren Versuch, sie wieder auszugraben, sei sie immer tiefer gesunken, der Teufel war da natürlich auch irgendwie im Spiel – ein in Beton gefasstes Loch neben einem Steg zeigt die überlieferte Stelle…

 „seh-räuber” & „wood feels good” sind Schlagworte mit denen Mühlbauer dieses Symposion dem kunstpark sued & seinen „seh-festspielen” voranstellt. Er spielt mit den Worten, wenn er sich ausdrückt, verführt in Wort-Spiele, überführt einen gewandt in die eigene Wort-Verliebtheit. Eine literarische Präsentation der anderen Art für nächstes Jahr hat er auch schon angedacht: Gedichte auf elektronischen Bändern im Wald laufend werden den Besucher bei der Skulpturenschau begleiten.

 

Verlässt man über einen Steg den Sumpf wieder & kehrt den Waldweg zurück zu Mühlbauers Atelier, kommt man an einem Ensemble von bunten Skulpturen vorbei, denen man sofort die spielerisch leichte Kinderhand ansieht. Unter Hilfe & Anleitung des Bildhauers Reinhard Mikel haben hier Kinder „seh-pferde und andere fabelwesen” auf eine Lichtung gezaubert.

 Auch Mühlbauers neuere Arbeiten sind bunt mit Lacken besprüht. Nach Experimenten mit Epoxiharz ist er wieder zur klassischen Bronze zurückgekehrt. „Der Bronzeguss ist einfacher & schneller im Verfahren.” Und die Nachfrage nach seinen Skulpturen ist groß, er verkauft international über die Niederlande sogar nach Asien und in die Vereinigten Staaten. Aber auch im eigenen Lande sind seine Arbeiten gefragt, davon kann man sich zum Beispiel beim bekannt kreativen Chocolatier Zotter im steirischen Riegersburg überzeugen.

 

links to Muehlbauer´s work:

www.paulmuehlbauer.com

www.kunstparksued.at

PANNOrama 008 05

interested in this topic please see also articles: mystery of the woods  &  rat pack &  wood feels good  &  what´s a “mowl”? & sculpture directe

all photos shot last week in Slovenija, Portorož, Lucija, peninsula Seča near Ribič & Forma Viva

on september the 6th 2008 at 3:00 p.m. of course of the grand opening of Peter Pollág´s exhibition True Colours at the danubiana Meulensteen Art Museum his sculpture Danube Wings will be unveiled. here some snapshots from the finishing & covering of the culpture with broken coloured glass-stones for this event & some views from the top of the sculpture I ascended yesterday with Slowakian sculptor Milan Lukáč – & some shots from the exhibition Russian Contemporary Art, still open until August 31th 2008 too

 see also the articles about this outstanding & amazing museum near Bratislava:    ahoj, danubiana   &   znovu ahoj, danubiana   &  une promenade avec Madeleine   &   métallo-magie et des tableaux vivants

Heute versuchte ich bei der Anfahrt mit dem Auto von Österreich her die Autobahn nicht nach Bratislava zu verlassen, sondern Richtung Györ weiterzufahren bis zum geopolitischen Dreiländereck, um dort auf ungarischem Staatsgebiet wieder kehrt zu machen und gleich danach auf slowakischem Staatsgebiet ein Kunstgebilde auf der künstlichen Bühne der gestauten Donau bei Čunovo anzupeilen. In dieser Ecke war der Eiserne Vorhang einst gerafft, die Atmosphäre des vom EU-Staatenbund aufgelösten „Niemandslandes” ist nach wie vor im Bühnenwinkel weilend spürbar. Eine ideale Sphäre für Kunst und deren adäquate Darstellung

 „Aquarellist oder Kommunist – egal!”,

 erwidert Direktor Vincent Polakovič auf meine etwas zaghafte Vorstellung als österreichischer Aquarellist im Café des Meulensteen Art Museums. Sein Auftreten heute ist leger und locker, kenne ich ihn doch nur aufgelöst und dabei doch konzentriert auf die Regie vom Vernissagentrubel der letzten Ausstellungen im danubiana, wie das Museum kurz gerufen wird. Eben hat er eigenhändig die neusten Kunstbücher für den Museumsshop hereingeschleppt. „- und wenn Sie mich beim Kehren rund um eine neu aufgestellte Skulptur fotografieren – es passt – ich mache hier ja fast alles”, sagt er offen angesichts meiner kleinen Leica.

Flügel über der Donau

 Am Ende der im Stausee Gabčikovo aufgeschütteten Halbinsel, besetzt von einem Architekturgebilde einer gestrandeten römischen Galeere gleich erhebt sich eine eingerüstete Skulptur in zweifach ausladendem Schwung: Dunajské kridla / Danube Wings nennt der slowakische Künstler Peter Pollág seine Schöpfung. Er war auch am Architekturentwurf des Museums vor beinahe 10 Jahren beteiligt und werkt heute mit seinem Team an der „Verkleidung” der Stahlskulptur mit kleinen Glasstücken, die vor Ort von farbigen Glasstangen gebrochen und zu einer bunten Mosaikschicht über das Modellskelett verlegt werden. Sisyphosarbeit?

– „Die werken schon länger als 2 Jahre an der Sache, das muss fertig werden bis 6. September”, weist der Direktor auf „True Colours” von Peter Pollág, den nächsten Höhepunkt der Vernissagenreihe im danubiana hin. Ich bin im Gespräch zuvor von ihm bereits beinah missionarisch auf Kyrill und Method als verborgenes Zitat in Pollágs Arbeit eingeweiht worden und merke die Notwendigkeit einer Revision meiner hellenistischen Phrasologie in dieser slawischen Welt an. Zuerst schon hatte ich Probleme, die weiße Schrift in kyrillischen Buchstaben vor dem bekannten CCCP auf dem roten Block im Museum zu entziffern geschweige denn zu entschlüsseln.

 Dieser ist als Teil der eben auslaufenden Ausstellung Russian Contemporary Art ganz zentral im Foyer des Museumsbaus platziert. Der Vizedirektor des Modern Art Museum in Moskau, Jevgenij Berezner, hat mit mehr als 50 Arbeiten zeitgenössischer Russischer Künstler einen Einblick in die aktuelle russische Kunstszene kuratiert und das Museum bringt unter anderem Arbeiten von Eduard Steijnberg, Vladimir Nemuchin, Ilja Kobakov, Eric Bulatov und andere Protagonisten bis Ende August zum Leuchten.

 Die Ästhetik unserer Tage heißt Erfolg           (Andy Warhol)

„Zwei Millionen Betriebskosten im Jahr, ich denke nur an die Fußbodenheizung – ein Wahnsinn!”, sagt der Direktor auf den Boden weisend, „- wie das mit 40 oder 80 Kronen Eintritt pro Kopf einnehmen?” –„und die Leihkosten für österreichische Skulpturen zum Beispiel, oder die speziellen Vitrinen für die Kemény-Ausstellung !”

 Vinzent Polakovič hat sich gemeinsam mit dem niederländischen entrepreneur und Kunstsammler Gerard Meulensteen auf dieses Abenteuer eingelassen und die Kommandobrücke der Museumsgaleere übernommen. Immer wieder wird unser Gespräch auch hier im Café durch kurze Anfragen von Arbeitenden & kurze Kommandos seinerseits unterbrochen, so „ganz nebenbei” und ohne Hektik gleich wie auf einer griechischen Autofähre im ionischen Meer in Fahrt – nur diesmal auf der Donau – mit exquisiter Bildender Kunst aus Europa & Übersee beladen. Milan Lukáč, der slowakische Bildhauer mit am Tisch, betont das finanziell autarke Wirken danubianas in der slowakischen Kunstwelt, aber gleichzeitig auch die laufenden Gespräche mit slowakischen Regierungsstellen, die bei der Russian Art – Ausstellung natürlich unterstützend mitwirkten. Man möchte den level of art hier hochlegen und diese Vorbildhaltung nicht nur einnehmen, sondern auch bewahren. Mit allen diplomatischen Mitteln, scheint mir. „Was Geld verdient ist Kunst, Arbeiten an sich ist Kunst, und gutes Geschäft ist die beste Kunst” – um abermals Andy Warhol, dessen Eltern slowakische Wurzeln hatten, zu zitieren.

 Beste Aussichten

  

  Mit Milan besteige ich das wackelige Gerüst um Danube Wings von Peter Pollág. Von da oben hat man zurzeit beste Aussichten. Auf der einen Seite umspült das Wasser der gestauten Donau träge die Ufer der Halbinsel mit den Skulpturen um das Museumsgbäude. Ein grosses Luftkissenboot schneidet sanfte Wellen auf die glatte Wasseroberfläche und bringt damit kleinere Schiffe zum Schaukeln. Auf der anderen Seite gen Norden thront ganz hinten am Hügel die Burg von Bratislava.

 „Die Österreicher verraten nicht, woher sie diese fantastischen Vitrinen haben, ich möchte wissen, wo die gemacht werden, sie zu kaufen käme billiger als sie immer anzumieten!”, meint Direktor Vinzent Polakovič – Vielleicht ein Anstoß zu engerer künstlerischer Zusammenarbeit zwischen den Ländern – & ein Angebot für unseren Agenten, nicht weiterhin bloß als Kustos zu agieren?

 

                                            link: www.danubiana.eu

nächste Ausstellung:

Peter Pollág „True Colours” 6. September – 30. November 2008

PANNOrama 008 05

=is-a-link=

Andreas Roseneder                 burst balloon              watercolours on Ecus Sistina

sitting in a meadow between mallow & thistle a strange phenomenon surprised me yesterday:  this transparent vision of a imaginary balloon appeared again, stroke my eyes & was sting by the pointed leave of the pannonian subspecies of a sea holly that it burst in a sudden & revealed incidentally the secret beauty of that plant.

back in the bowels of earth´s nature again!

more about the metamorphosis of balloons last days: 2 a-message-in -a-bottle-balloons

more about Fritz Bergler´s work see here