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poesis at its best: the sculptural missing link Bruchrechnung (fractions) between the grounds of the European Sculptor´s Symposion & the nearby area of the opera festival in the quarry of St. Margarethen in Burgenland.  in plaster & stucco on plane parts of a mass sandstone-rocks as found near the quarry created by  Jochen Breme during his stay with 16 students of the Alanus University of Arts & Social Sciences, Alfter, Germany (official bulletin about the workshop you may see here) the wall socket on one of the rocks he mentioned as “contemporary connection to a historical quotation”.

more about the workshop: when German artists settle on an Austrian hill   &  when German artists settle in an Austrian bunker 

an article about for PANNOrama:

aufi_obi_umedrum

 

 Der Hügelzug zwischen & über St. Margarethen und der Freistadt Rust im Burgenland hat eine imaginative Anziehungskraft  für Kunst und Entertainment. Dabei entflammt immer wieder eine Diskussion darüber, was hier um den Römersteinbruch, aus dem schon für die pannonische Provinzhauptstadt Carnuntum & den Wiener Stephansdom Steine gebrochen wurden, wohl eher Anspruch auf Daseinsberechtigung hätte: das Stille oder das Laute. Hier entzünden sich einfach immer wieder die Fragen: Wo beginnt der Landschaftsschutz, wo die Landschaftsnutzung?  Wo beginnt die Kunst, wo der Kommerz? – und worin endet dies alles in der Konfrontation der Gegensätze?

 Jochen Breme, Dozent an der Alanus Hochschule für Kunst & Gesellschaft in Alfter, Deutschland, war diesen Frühsommer mit 16 KunststudentInnen vom „Internationalen Symposion Europäischer Bildhauer St. Margarethen“, zur künstlerischen Arbeit am Symposiumsgelände auf den Hügeln hinter dem Römersteinbruch eingeladen. Gastgeberin Katharina Prantl bezeichnet das Symposion der jungen Kunststudenten aus Deutschland als „Talenteschmiede“ des Bildhauersymposions St. Margarethen. Bei der Präsentation der entstandenen Arbeiten im Skulpturengarten erzählt Jochen Breme über die anfängliche Scheu und Ehrfurcht der jungen Künstler vor den am Hügel stehenden monumentalen Werken berühmter Vorbilder. Es sei gar nicht so einfach gewesen, das in seiner Geschlossenheit homogene Ensemble der Sandsteinskulpturen, die eine internationale Schar von Künstlern in den 60er und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts geschaffen haben, mit neuen zeitgenössischen Arbeiten zu bespielen. Sie hätten sich zuallererst an einem gemeinsamen Ausgangspunkt auf dem Hügel gesammelt und dann sei einmal jeder von ihnen nach Laune oder Gutdünken drauflosgegangen, der eine Richtung Oggau, der andere Richtung St. Margarethen, mancher gar bis über die Grenze nach Ungarn hinein, der nächste habe vielleicht irgendwo am Gelände verweilt. – Aber alle seien überrascht mit tiefgehenden Eindrücken zurückgekommen und danach bei der Arbeit darangegangen, ihre Beobachtungen und Erlebnisse in ihre plastische Werkschau auf dem Symposiumsgelände einzuflechten. Die gewachsene Beziehung der Symposionsteilnehmer zu Menschen und Landschaft des Burgenlandes zeigt sich schlussendlich auch im Titel ihrer Werkpräsentation „aufi_obi-umedrum“. Ja, genau das haben sie während ihres Aufenthaltes hier gelebt und verarbeitet!

 Karl Prantl (84), der Initiator des ersten Internationalen Bildhauersymposiums der Kunstgeschichte im Jahre 1959 in St. Margarethen, hat seine Symposionsidee in die Welt hinausgetragen – unzählige Bildhauersymposien, die bis heute überall auf der Welt stattfinden, zeugen davon. Er ist bei dieser Begehung ebenfalls dabei und lobt  die Arbeit des Künstlernachwuchses. Gemeinsam mit seiner Frau Uta und Tochter Katharina begleitet er die Besucher auf dem Weg zu den Werken der jungen Künstler, die das Bestehende mit Neuem besetzen, das Neue mit dem Alten konfrontieren oder das Neue einfach als zeitgenössischen status quo in der bildnerischen Plastik sehen wollen.

 Angesichts der blauen Schnüre, die Sarah Echterhoff in der Vertiefung des meditativen Zen-Garten – Skulpturenensemble des Japaners Kengiro Azuma aus dem Jahre 1971 als energetische Installation zwischen die Sandsteinkegel in Zickzacklinien gespannt hat, erhebt er seine Stimme: „Diese Linien kommen ja vom Blau des Himmels!“. Zuvor hat er das mangelnde Interesse der heimischen Bevölkerung und der Kulturpolitik an diesem Symposiongelände bemäkelt, das im nächsten Jahr 2009 sein 50-jähriges Bestehen feiern wird. Eine kurze Bestandsaufnahme lässt aber erkennen, dass, obwohl junge Künstler hier an der Fortsetzung des Symposiongedankens am Werk sind und auch teilweise Schäden vandalisierter Objekte restaurieren, die Zahl der Skulpturen abnimmt: sie werden wegen strittiger Besitzverhältnisse und auch, wie Karl Prantl sagt „sei durch die kommerziellen Aktivitäten im Steinbruch sei der Platz für die Steine zu eng geworden“, abtransportiert. Dort, wo Zeugen der originären Kreativität standen, klaffen heute offene Wunden in den Grassoden des Hügels. Es besteht offensichtlich Gefahr, dass der Fünfziger mit schmerzlichen Verlusten gefeiert wird. Gegenwärtig decken die Werke der jungen deutschen Künstler diese Wunden ab. Da sie aber teilweise temporärer Natur sind, bleibt fraglich, was uns hier nächstes Jahr erwarten wird.

  Jannis Mutschler und Ramon Muggli sind die einzigen traditionellen Steinmetze der Gruppe. Interessant ist Mugglis Einfassung eines aus der Erde ragenden Steinblockes mit Sandsteinplatten aus dem Steinbruch. „Einen Raum in der Landschaft“ wollte er schaffen, wogegen Dozent Breme von einem „Passepartout um einen Stein“ spricht, das ihn hervorhebe und zu einer Besonderheit mache.

 Jochen Breme selber bringt mit seiner Arbeit „Bruchrechnung“ auch eine assoziative Verbindung zu den benachbarten Opernfestspielen ein. Er hat einen Haufen Bruchsteine an ihren geschnittenen planen Oberflächen mit Gips fein verputzt & zusätzlich durch Stuckbesatz die Reste eines Gebäudeabbruches imaginiert. Eine poetische Paraphrase auf den Zustand des Symposionkomplexes mit Anspielung auf die Opernbühne dahinter. Eine angefügte elektrische Steckdose, die ganz und gar im Widerspruch zu den Stuckelementen steht, gibt seinem Ambiente einen surrealen output mit karikierendem Anstrich.

 Nach der Begehung lassen wir uns noch vor dem Symposiongebäude nieder. Es ist ein kühler Juniabend, ich entzünde ein Feuer in einem Steinkreis. Mit dem Hochzüngeln der Flammen steigt auch die Zahl der Künstler und Besucher um das Lagerfeuer, bis sich der Kreis herum öffnet. Während des Symposions der Künstlergruppe aus Deutschland haben sich in der Begegnung und in der Zusammenarbeit viele Freundschaften mit Burgenländern ergeben, ein Hauch Wehmut angesichts der bevorstehenden Abreise hängt in der Luft. Anregende Gespräche entflammen zu Diskussionen in die Nacht hinein.
Das Symposion St. Margarethen lebt & will erschaut werden.

 

Buchtipp:

Katharina Prantl (Hg.)
„Gehen über den Hügel von St.Margarethen von Stein zu Stein“

Passagen Verlag
2004. 208 Seiten. 100 Farb- und 90 SW-Abb.
Preis: € 29,00

ISBN 3-85165-657-1

One Trackback/Pingback

  1. By traces « poesis & crisis on 15 Mar 2009 at 1:55 pm

    […] Science Bonn last summer (see also posts: when German artists settle on an Austrian hill & aufi_obi_umedrum),  some kids and quarrymen this winter – all changed by human treatment or weather but still […]

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