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„Die Gleichsetzung von neuen Medien mit einem neuen Kunstbegriff hat sich als Illusion entlarvt”, schreibt der Kunstwissenschaftler Siegfried Gohr im Katalog zur Ausstellung „Baselitz bis Lassnig” im Essl-Museum in Klosterneuburg. „Malerei ist garantiert nicht tot – im Essl-Museum wirkt sie aber stark mit sich selbst beschäftigt”, schreibt Kulturjournalist Michael Huber in der österreichischen Tageszeitung KURIER vom 22.2.2008 unter Triumpf des Remix in der Malerei, wobei er obigen Satz von Siegfried Gohr zitiert.

2008 – und der alte Bilderstreit wird erneut entflammt ins 21. Jahrhundert getragen.

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MAAH – the muse of the artist, exaggerated in oval, acryl on canvas 2008
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Sind denn die Medien nicht selbst die Illusionsträger? & ist nicht letztlich der Maler allein ein Illusionsverdichter, als autarkes Individuum stark mit sich selber beschäftigt & dabei als Zeitgenosse dennoch tagtäglich von den Medien bombardiert, denen er sich gar nicht entziehen darf? Es ist nicht die Frage, ob Malerei tot oder lebendig, richtig oder verkehrt herum gehängt, oder das lebende Modell, die Natur, die Fotografie, die Malerei oder das Video als Kunstbasis diente, also pure, mixed or remixed – wichtig ist, dass bei der Betrachtung durch den Rezipienten dessen Sinne & Geist durch die Kunst erregt werden – oder zumindest gekitzelt. Vor den Arbeiten Georg Baselitz´ & Maria Lassnigs sich solche Fragen zu stellen hieße sie in ihrer Ursprünglichkeit sezieren & ob der Einzelteile ihnen Originalität abzusprechen wollen. – Welches Foto diente Baselitz als Vorlage fürs Hitler-Porträt oder die Elefantencorpi im Bildensemble Vier Streifen Jäger? – Welches Video-Still oder Pressefoto (siehe wieder die KURIER-Ausgabe vom selben Tag, unter Sport: MIT DOPPELPASS AN DIE SPITZE ) inspirierte Lassnig zur Komposition des Bildes Abwehr?

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Andreas Roseneder, 2 gelbe Felder, Aquarell 1981
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„Landschaft als meine eigenen auseinander geklappten Innenwände: diese Projektion schafft ein breites Experimentierfeld, ich bewege mich in einem Vexierbild meines Selbst. Dieses naiv-kindlich-ursprüngliche Einsteigen in die Landschaft wirkt noch heute in meiner Arbeit. Im Frühjahr 1981 entstand der Zyklus Landschaft und Gärten, darunter auch das Bild Zwei gelbe Felder; die Idee des Gartens als Zerstörung des landschaftlichen Rhythmus, die Weitung des Begriffs Garten auf sämtliche menschliche Bewegungen in der Landschaft und die Spuren dieser Bewegungen. Dabei enthebe ich das Wort Garten des Idioms der Idylle, er erhält einen fatalen, destruktiven Beiklang. Erst diese Dissonanz weckt den Schrecken. Wir sprechen heute nicht mehr an auf direkte Aggression, wir haben eine zu dicke Haut bekommen durch das tägliche bombardement auf unsere Sinne, wir können nur noch von innen her, durch den Reiz auf die in uns enthaltenen alten Idiome & Symbole, erregt werden.”

(Andreas Roseneder im Katalog zur Ausstellung Junge Kunst ´82 der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst & Wissenschaft, BAWAG-Foundation, Wien 1982)

Diese jugendliche Aussage hat für mich nach einem Vierteljahrhundert nichts an Gültigkeit verloren & die dadurch gewonnene Erkenntnis hat mich über die Jahre auch nicht abgehalten davon, weiterhin Gärten zu bestellen & Bilder zu malen in der Natur & ihren Landschaften.

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Aber die in der Zwischenzeit erworbenen Kenntnisse in Kunst- & Kultur- wissenschaften machen mich nachdenklich darüber, wie der durch Yves Klein 1947 im Liegen am Strand von Nizza von hinten signierte Himmel vor Beschädigungen durch den Streumüll des erst vor kurzem durch die Amerikaner abgeschossenen Satelliten zu schützen wäre. (siehe wieder selbigen KURIER: Satelliten-Abschuss) – & bin heilfroh, mir darüber nicht als musealer Konservator oder Diener der Kulturjournaille den Kopf zerbrechen zu müssen.

dazu auch:       Fundamentalistisch oder wahr?                                                  

                         Humor in der Malerei

4 Comments

  1. Don’t know who is the autor of those beauty pictures, but my congratulatios. (this lenguaje is so tecnical… i cannot express what i feel. Changos!!!)
    They tell me about fear… nervous…
    Son muy bonitos, muy intensos, muy ganas de odias y exprimir esa bronca contra algo, más no sea ese paspartú del orto.
    Yes… this is what i imagine.
    Un abrazo from Argentina.

  2. I am the painter of the images the fotografer of the pictures and the author of the text. un abrazo from Austria too!

  3. So you are back from your travels! I like all of these especially your muse painting!

    Good energies to you.

  4. Ps you may want to change my name on your blog roll to gypsy-heart instead of I’d Rather be Painting.🙂 I had to change it.

    I’ll be back!


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