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   Auf Fotos sieht alles immer so aufgeräumt aus in einem Raum.

  Auch wenn darin noch so große Unordnung herrschte,  – man weiß ja noch, dass man nicht mehr zum Abräumen des Schreibtisches gekommen ist -, aber dies stört einen im nachhinein auf dem Foto gar nicht, schaut irgendwie nach Betriebsamkeit & Arbeit aus. Man selber versuchte meistens mit einem aufgeräumten Gesicht in das Bild hineinzuschauen, das man sich für einen selbst adäquat als Portrait vorstellte, wenn man sich herrichten musste für einen Fototermin, um dann entsprechend hergerichtet aus dem Bild herauszuschauen. Aber dieses zum tatsächlichen Fototermin für einen selber scheinbar aufgeräumte Gesicht erscheint auf dem Foto im Gegensatz zum fotografisch ordentlich festgehaltenen Raum oft unaufgeräumt, soll heißen schief, verzogen, schlecht getroffen oder wie sonst man seine eigene Erscheinung bezeichnet, wenn man sich selber mittendrin sitzen sieht in einer scheinbaren fotografischen Ordnung. Denn man schaut nun aus einem Bild anders heraus, als man sich ursprünglich gedacht hatte, durch entsprechendes Hineinschauen  das Herausschauen beeinflussen zu können.

 Es obliegt wohl nur dem Genius des Fotografen, durch Hineinschauen in das Bild ein gewisses Herausschauen des Abzubildenden mit dem Auslöser so zu fixieren, dass dessen sprichwörtliche Seele des Indianers auf dem Foto nicht verloren geht.

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 Es gibt Fotos, die “passieren” einem durch fotografisch-technisches Unvermögen, Unzulänglichkeiten im Umgang mit dem Equipment oder bloß irgendeine Unachtsamkeit, wobei man im Nachhinein überrascht zum Resultat sagt: Das ist es, das ist eine Steigerung dessen, was war:  – als Produzent. Dies ist für einen nicht eingeweihten Betrachter als Rezipient gänzlich irrelevant, da dieser das Foto isoliert sieht von dem was war & ist. Er sieht in dem Bild hauptsächlich, was sein könnte, dabei aber wohl wissend über all die existierenden Bildbearbeitungsprogramme, durch die ja alles so sein kann wie es sein soll. – & damit arbeitet jedermann in der Fotografie ständig mit an der Entzauberung des magischen Moments, den man mit Hilfe der Fotografie einmal glaubte, auf einen Bildträger bannen zu können.

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5 Comments

  1. die Expression sprengt das Foto!

  2. Du meinst der Lauf der Soldaten? (es waren südtiroler Elitetruppen in Mailand)

  3. Die hab ich nicht gemeint.

  4. Du meinst meinen ausdruck? – naja, dem fotografen nicht unbedingt im vertrauen gegenüber blickend

  5. ja genau,dem Betrachter gegenüber fixierend und kritisch.
    durch dieses Foto bekommt man einen Einblick in deine Turm-Ära.


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