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ANDATA E RITORNO oder Das lebende Leben & Der tote Tod

Wenn Anamorphosen das Kunstgehege verlassen & einen metaphysisch als girovago urbano wie  diesen Montag in Mailand überraschen, dann freut sich das künstlerisch-voyeuristische Sammlerherz. Neben dem Mailänder Dom, über den kleinen Vorplatz, den Piazzetta Reale vor dem Palazzo Reale gestreckt, überrascht ein recht gewaltig dimensioniertes menschliches Skelett, das seit 1990 von Grenoble ausgehend & von  Gino De Dominici initiiert durch Europa geistert: Calamita Cosmica: eine Menschmenge umringt das durch eine Absperrung gesicherte Gebein.

MANY AMONG ONE

Da schwingen Arte Povera, Commedia dell´arte, Carnevale & Pinoccio über den gespitzten Schnabel des Skelettschädels in die Türmchenstreben des Domes hinein & spritzen einen italienischen Assoziationskosmos in das himmelblaue Firmament – & man sieht sich in dieser Bilderschau, diesem kurzen fuochi d´artificio, geradezu versucht, den Platz als geeignete letzte Ruhestätte für diese Gebeine zu sehen, gar herbeizusehnen, wenn man nicht wüsste, dass die gebuchte Reise des Gebeins durch Europas Städte bis 2008 weitergehen soll. In repräsentative Museen & an Ausstellungsstätten natürlich.

Über den Corso Venezia (die „Mariahilferstrasse“ für den inkubierten Wiener) mit folgender pedestrischer Haltestelle Giardini Pubblici eines eingeklemmten sciàtica (deutsch phonetisch leicht entschärftem „Ischias“, was österreichisch ausgesprochen fast eine Frage evoziert: „Ischias?“) dieses Nervenstranges wegen vor dem „Naturhistorischen“ (Museum erspart man sich als solch patriotisch Infiltrierter) die eigenen Gebeine im eigenen Fleisch auf einer Parkbank durch eigenen Schmerz ortend, die devotionalen Relikte irgendwelcher evolutionärer Rudimente in irgendeinem historischen Gemäuer ruhen wähnend & unbeschaut gelassen dann weiter in die Via Stoppani stechend ins Studio D´Arte Cannaviello zu Günter Brus hinein in den österreichischen SEHKÖRPER*:  DAS WELTALL ENTSTEHT AUS DER TRUNKSUCHT*: Wieneraktionistenretrofotos: EIN EINGANG, EIN AUSGANG, EIN AUGE – DAS GENÜGT!* Aber da war doch noch das Österreichische Kulturinstitut dazwischen, das am Corso Vittorio Emanuele II (die „Kärntnerstrasse?“, imaginiert der Wiener, wenn da nur nicht auch noch Emporio Armani wäre), an dieser fashion mall ja eine Empfehlung für einen Besuch in der Arena Civica deponiert hat, zur Vernissage zu „One of Many“ von Pawel Althamer! Angekündigt als Tscheche entpuppt er sich auf dem in die Hand gedrückten Zeitungsausschnitt als Warschauer.

& die fermati MM verde Loreto & Moscova stellen zwischendurch die Verbindung zur Via Bramante, der Pailettenkette chinesischer Textilläden in der Modestadt Milano her, hin zu einer im wahrsten Sinne buchstäblichen Offenbarung in Form eines bedruckten bestickten & beknöpften Leibchens auf einer artifiziell durchsichtigen weiblichen PVC-Leibesform im Schaufenster, die selbst Brus´sches Trinker-Weltall & sein DAS TOTE MÄDCHEN & DER TOTE TOD* schluckt:

 

steht denn da wie ein Relikt des Anklangs zum Ausklang des letzten Jahrtausends auf die Brüste der Plastikbüste als Botschaft gewölbt:

Wolfgang von Goethe zum

STÜCK FÜR STÜCK DER GROSSE MEISTER

Mnroch.08.09.1999

Tocquti Tasso

Ausstellig

Mnroch.08.09.1999

Tocquti Tasso

Schauspe

Densut.14.09.1999

Frauen um Goethe

nit Manin Ticthne

Monag.20.09.1999

Camerate

Cammeda der Ane

Monag.20.09.1999

Camerate

mit Ectan Themanr

Samstag.02.10.1999

Restaltahl Schlos Mellrenstedren

.Zu Gast tal Gorune

mie Joacim Mase Under

& Stelan Ore(Glame)

Samnag.03.10.1999

.Main Letan en einxig Acothere

mit Ectan Themanr

Maning.04.10.1999

Might Lichut

mit Gunar Moiler u.a.

Sonntag.10.10.1999

Nacthgersang

Gothe & 2eler

Moning is.N.1999

Reinete Futs

Fotoassineong

Moning is.N.1999

Reinete Futs

mit Eoemaro Esche

Moning Is.n.1999

Ws hinne wise re in e

Bahuentasienng mar Gakche

und

divese Cnofiure imBurgherater

Unteresate ctuch der

Aulturng arene

“Basta! ” –

Vor der Arena angekommen dann eine aus der Wort- & Lautumfesselung befreiende optische Erscheinung: Als wäre das Skelett Dominicis von vorhin  umhäutet, gasgefüllt & umgekehrt aus dem Liegen befreit worden, nun über dem Boden schwebend; jetzt noch festgezurrt, dann plötzlich ratternd durch eine 2-Takt-Höllen-Maschine von den mit Sandsäcken beschwerten Fesseln befreit, abgasumhüllt in die klaren Lüfte steigend. Eine wahrhaft erhebende Eröffnungsgeste der Ausstellung „One of Many“ von Pawel Althamer im Palazzina Appiani für die Fondazione Nicola Trussardi & die Anwesenden.

Ein puppengleiches Abbild des Künstlers in einem geschrumpften Kofferuniversum lässt mich dann vergeblich Pawels originäres Antlitz in den Gesichtern der sich um den schwebenden Körper sammelnden Menschen suchen, die da alle ganz gefesselt ob des Schauspiels, entspannt lächelnd, ja erheitert gen Himmel gucken. Alles Spähen umsonst, obwohl doch viele der Artefakte & selbst der über all diesen metaphorisch schwebende Mensch-Ballon sein Konterfei tragen – der Künstler selbst ist nicht auszumachen.

Chudý umělec

ONE OF MANY

„Abrakadabra!“

Die Poesie des Ostens beseelt augenblicklich das knöcherne Gerippe des Westens.

Bravo Pawel! – Ciao Gino!

Wie selbstredend ist danach der Zielflughafen M.R.Štefánik / Bratislava.(Auch wenn der Wiener offensichtlich wieder heim will & ich selber diesen Schritt zur Pflege meines Ischias(?) auch tun sollte.)

Wir sehen uns wieder –  in repräsentativen europäischen Museen & Ausstellungsstätten.

* cit. Günter Brus

 

milano 07 05 07 one-of-many-kopie.jpg one of manyskelett-kopie.jpg many among one

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  1. By mythos statistik « poesis & crisis on 29 Dec 2007 at 1:06 am

    […]  mailänder dom « bildton […]

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