
Andreas Roseneder goat´s familiar insight chinese ink & aquabrique on kahari paper, 2009

Andreas Roseneder dragon´s hands chinese ink & aquabrique on kahari paper, 2009
Andreas Roseneder goat´s head chinese ink & aquabrique on kahari paper, 2009

Andreas Roseneder goat´s familiar insight chinese ink & aquabrique on kahari paper, 2009

Andreas Roseneder dragon´s hands chinese ink & aquabrique on kahari paper, 2009
Andreas Roseneder goat´s head chinese ink & aquabrique on kahari paper, 2009

Andreas Roseneder set it free chinese ink & aquabrique on kahari paper 2009

Andreas Roseneder settel rattle chinese ink & aquabrique on kahari paper 2009

Andreas Roseneder wellcome – rat to my eye chinese ink & aquabrique on kahari paper 2009

Andreas Roseneder catch caught caught chinese ink & aquabrique on kahari paper 2009

London Pepping
Am hellen Tag Idee als Wurm gekleidet
Der Keim zur Frucht des Apfelbaumes
Bringt mich zur Rast
Zum staunend Stehen
Ein Bild hat mich verführt zum Pepping
Denn schon auf der Zunge eine Süße
bei saurem Schmelz
Als Vorgeschmack am Gaumen
Jetzt Gatter hält mich ab vom Nähern
Spiegelt mir gar China vor
- & eine leise Ahnung
“London” Nachgeschmack

“Der Kurator ist der Diener der Künstler”
Dr. Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle im Wiener Museumsquartier, hält das Interview für “eine besonders geeignete Form der Auseinandersetzung zwischen künstlerischem Urheber und dessen Distributor”. Ich treffe ihn für PANNOrama zu solcher Gelegenheit mit zur Reise vorbereitetem Lederköfferchen im Wiener Büro, kurz vor seinem Abflug zur Frieze Art Fair nach London.
Von Wien in die Welt und zurück

Kurz zuvor besuche ich die aktuell in der Kunsthalle Wien laufende und von ihm kuratierte Ausstellung “1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft? – Anmerkungen zum Epochenbruch”. Dort treffe ich über die Bricolage* Alte Welt : Neue Welt auf den Allgäuer Künstler Stephan Huber, dessen sculpturale Arbeiten ich noch aus meiner Münchener Zeit kenne. Eine surreale grafisch-literarische Reinszenierung des virtuellen Raumes der klassischen Kartografie über eine sich eine verändernde Welt überrascht mich hier als intellektuelle Navigationshilfe. In einem extra bespielten Raum bekomme ich dann mit der Raum-Videoinstallation der englischen Zwillingsschwestern Jane & Louise Wilson einen Einblick in die Räume der ehemaligen Verwaltungsgebäude des DDR-Staatssicherheitsdienstes – eine poetisch sensible, auf mich beklemmend klaustrophobisch wirkende künstlerische Arbeit Stasi City von 1997: Einblicke über das Auf- & Ab des Paternosters in Überwachungsräume und Verhörzellen. Ein emotionaler flashback für mich, Erinnerung an die zwei Jahre, die ich aus meinen Atelierfenstern in West-Berlin/Kreuzberg auf die Mauer und dahinterliegende Gebäudekomplexe der real existierenden DDR geschaut habe.

35 künstlerische Positionen aus 20 Nationen in Ost und West sind in der Ausstellung vertreten. Im Nachhinein werde ich Gerald Matt fragen, wie er als Kurator einen solch komplexen Umfang an Arbeiten rekrutiere. “Ich habe diese oft schon lange zuvor gesehen. Ein nachhaltiges Gedächtnis befähigt dann zu solchen gezielten Positionierungen.” – In diesem Sinne trifft er dieser Tage Oscarpreisträgerin Tilda Swinton, die mit ihrer neuesten Arbeit “The Invisible Frame” auf der Viennale gastiert, wo sie als “ Derek Jarmans Brutal Beauty” selbst als Muse und Protagonistin auferstehen wird.
Foto: Rüdiger Ettl/Kunsthalle wien
“Annus mirabilis”
1989.

Die Jahreszahl ist für mich selber ein privater, gesellschaftspolitischer und beruflicher biographischer Markstein: über längere Aufenthalte aus Berlin und München kommend im burgenländischen Wulkaprodersdorf ansässig und kurz vor meinem Umzug nach Prag. DDR- BürgerInnen nutzen am 19. August an der Grenze zwischen den benachbarten Orten St. Margarethen und Sopron das “Paneuropäisches Picknick” zur Flucht nach Österreich. Die sogenannte “Samtene Revolution” beginnt am 17. November als Volksaufstand in der Tschechoslovakei. Ein Jahr darauf werde ich selber schon mein Atelier in Prag bezogen haben, die Mittlerin, die slowakische Künstlerin Irena Mudrová, wird schon in Berlin weilen. Die mitteleuropäische Kunstwelt wird kurzfristig aber nachhaltig neu “durchmischt”. Selbst Politiker sind mit von der Partie. In “meiner” Vinárna (Weinstube) um die Ecke treffe ich danach öfter auf den tschechischen Präsidenten Vázlav Havel im Gespräch mit Künstlern.
Vitrine statt Container
Bei meinen damaligen Wienbesuchen stoße ich auf dem Karlsplatz, zwischen Sezession und Technischer Universität auf ein gelbes Containergebäude mit interessant zeitgenössisch “jungem” Ausstellungsprogramm. Von Adolf Krischanitz ursprünglich temporär geplant,, ändert dieser Container seit 1992 dermaßen die Wiener Kunst- und Ausstellungsszene, dass 2001 im neuen Museumsquartier eine Kunsthalle eröffnet wird, die Keimzelle des Containers wandelt sich später in einen Glaskubus. “Unsere Vitrine”, verbessert mich Gerald Matt, als ich den “Container” anschneide, ”sie beherbergt heute das project space und spricht vor allem Besucher unter 40 an”. Letztens erst habe ich im Vorbeifahren Verbalinjurien wie “… Tex Rubinovitz ist ein Fischverunstalter … Gerald Matt ist ein Steckdosenbefruchter …” auf LED-Band über der Kunsthallenvitrine laufen sehen, eine künstlerische Aktion des Cartoonisten Tex Rubinovitz. – ganz in österreichischer Tradition der Publikumsbeschimpfung durch Peter Handke und der “Nestbeschmutzung“ von Thomas Bernhard. Gerald Matt goutiert offensichtlich diesen Affront gegen ihn selbst, macht dabei gerne mit. “Als nächstes kommt Gerhard Rühm zum Zuge”, sieht er literarische Schwerpunkte als wichtige Bezüge zum aktuellen visuellen Kunstgeschehen. “Da passieren täglich an die 50.000 Autos, ein idealer Projektionsstandort!”. Diese Kontroversität spiegelt auch das Innenleben der Kunsthalle.
Der Kurator und der Künstler

Der Kurator ist auf dem Sprung zur Kunstmesse nach London. “Eine Viertelstunde”, hat er kurz zuvor unser Treffen mit Blick auf die Uhr terminisiert, aber nach einer halben Stunde sind wir noch im Gespräch: Die Kunstvermittlung ist ihm ein Anliegen: für Kinder, Jugendliche und vor allem Studenten sieht er den public space als praktischen Ort für kreative Verwirklichung - als “Traumlösung“. Durch die NYTimes mit dem Siegel “Mekka für zeitgenössische Kunst” geadelt und über eine Besucherzahl von 179.000 Kunstinteressierten im letzten Jahr wird er darin bestätigt.

Gerald Matt zeigt seinen noch ungepackten kleinen ledernen Reisekoffer alter Machart her. Der Anblick ruft in mir eine Installation von Pavel Althamer, die ich vor drei Jahren in der Fondazione NicolaTrussardi, in der Arena Mailand gesehen habe, hervor: Der Künstler mit ein paar Habseligkeiten im Koffer wohnend. Das reelle Kuratorenleben scheint dem fiktiven Künstlerleben augenblicklich sehr nahezustehen: “Der Kurator ist nicht der Künstler, sondern der Diener des Künstlers.” – Diesen nachklingenden Satz nehme ich beim Abschied als bedeutungsschweres Andenken mit. – In einem leichten Rucksack.
*
Bricolage (manchmal auch sampling genannt) bezeichnet in der Jugendkultur die Technik, Gegenstände in einen neuen Kontext zu stellen, der nicht den ursprünglichen Normativen entspricht – Kleidung, Symbole und Embleme künstlich zusammenzustellen. Dabei kann deren ursprüngliche Bedeutung verändert oder sogar aufgehoben werden. Diese Begriffsverwendung von Bricolage geht auf den Ethnologen Claude Lévi-Strauss zurück, der 1962 sein Konzept des „Wilden Denkens“ („nehmen und verknüpfen, was da ist“) vorstellte und diesen Begriff so in die Sozialwissenschaften einführte. Für ihn ist Bricolage die nicht vordefinierte Reorganisation von unmittelbar zur Verfügung stehenden Zeichen bzw. Ereignissen zu neuen Strukturen.
link:
www.kunsthallewien.at
Buchtipp:

Interviews (Die Presse)
Band 1, 2
Gerald Matt interviewt Künstler unterschiedlichster Herkunft
“Kunst darf nie populär werden, das Publikum muss künstlerisch werden” (Oskar Wilde)
KUNSTHALLE wien
Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln
Ausstellungen:
1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft? Anmerkungen zum Epochenbruch
KUNSTHALLE wien halle1
Museumsplatz 1 1070 Wien
09. 10. 2009 – 07. 02. 2010
leuchtband: Gerhard Rühm „fiktive Ereignisse“
KUNSTHALLE wien public space
01. 10. 2009 – 28. 02. 2010
sculptur: Not Vital “Schlafendes Haus”
KÖR am KUNSTHALLE wien public space Karlsplatz
30. 10. 2009 – 15. 04. 2010
Videorama – Kunstclips aus Österreich
KUNSTHALLE wien
04. 11. 2009 – 10. 01. 2010
René Desor für PANNOrama 009 06
see also recent post: the curator´s house

Andreas Roseneder Die Flucht des Asozialen /Flight of the Anti-Social oil on canvas 60×120 cm, 2002
A traditional oilpainting I realized 2002 (!) as a paraphrase on Gottfried Kumpf´s trade-marked idolon “Der Asoziale / The Anti-Social” - The artist´s trade-mark sets out his travel, leaves the scene with a walking-stick, stepping over the slippery frozen surface of a lake, the burning surroundings of the lake´s reed-shore enlightened by a blue icy sun.
Last month I had the chance to meet the artist at Vienna in the course of an interview for the magazine PANNOrama: he has left 3 years ago his old house near the shore of the lake Neusiedl where he lived for more than 40 years & has found now for him & his idolon a refuge in the city of Austrian´s capital. – to see my recent post about that story & his actual work just scroll down or click: Der Kumpf (sorry to say it is written in German).

Andreas Roseneder Croatian Madonna vinylic on canvas embeded in polyethylen patch, 2009
patched portrait II

frontside
Andreas Roseneder mysterious monk vinylic on canvas embeded in polyethylen-patch, 2009
backside

my notices:
first idea: open the patch. form the patch. solve et coagula.
second idea: embed the classical oval portrait-canvas into a unconventional patch. form a frame – no frame: increase the canvas, the portrait.
“Ich sehe nun das Ganze; die männliche Stärke des Mars befindet sich weit unter ihm. Alle anderen Götter sind bloße Erscheinungsformen des Jupiter, formuliert durch Hermes. Er ist der Erste der Aeonen.” (Aleister Crowley zur Tarot-Karte “Der Magier”, Das Buch Thoth)
see also post: transformer LUETKE

I used the time before a date last week to interview Dr. Gerald Matt – director of the KUNSTHALLE wien - for the magazine PANNOrama, to take some photos from architecture, lounge, café, restaurant & curiosities around the Kunsthalle at Vienna. And to visit the current exhibition, too. – You will find among the photos a link to “1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft? – Anmerkungen zum Epochenbruch / 1989. End of History or Beginning of the Future? – Comments on a Paradigm Shift“. An article about current cultural affairs will follow soon.






“1989 – End of History or Beginning of the Future? – Comments on a Paradigm Shift“









stencil-sprayed Matt

photo: artstage
“The curator is the servant of the artist” – an easy saying by Gerald Matt but high aim for a person with artistic ambitions as I sometimes get aware of his own work.

Andreas Roseneder, vinylic on polyethylen-MasterBatch, bluEYE-patch, 47×38 cm 2009
I continue my “patch-work” – here the first piece – the nazar-boncuk-theme again? (see here for comparison)
my notices:
zufallsgenerator, augenweide, hommage aux portraits, rage against blue-eyed, “´till you are blue in the face”, eye eye egg, bluEYEd egg